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Sonntag, 7. August 2011

Frühling, Scheiße, Herbst und Winter: Fazit Woche 7

Wahnsinn, dass es schon wieder 7 Wochen her ist, seit ich wieder mit dem Training begonnen habe.

Eigentlich finde ich das Wetter im Moment grade super. 20-25 Grad, sonning, ein wenig Wind, mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Also ich zumindest nicht. Und im Regen laufe ich auch gerne.

Diese Woche ist viel passiert. Zu viel, als dass ich Zeit gehabt hätte lange darüber zu schreiben. Ich war aber auch dieses Mal dreimal laufen - davon leider nur zwei Mal dokumentiert, weil meine Garmin Uhr mal wieder herumgesponnen hat. Ich hoffe, dass nach dem Firmware Update jetzt wieder alles funktioniert.

Der erste Lauf war relativ hart und langweilig, aber Nummer Zwei war der Erste seit langem, bei dem ich locker einen Schnitt mit 7 vorne geschafft habe. 7:48 im Schnitt, falls ihr es genau wissen möchtet, bei ca 70% von HRmax. Genauso gut wie es sich anhört hat es sich auch angefühlt - endlich mal wieder "Laufen" ohne ständig das Gefühl zu haben zu sterben und gleichzeitig auch noch vom Fleck zu kommen. Wahnsinn. Natürlich ist es immer noch "a long long way to go" aber ich freue mich, dass es zumindest deutlich wahrnehmbare Fortschritte gibt.

Heute hatte ich den ersten halbwegs "langen" Lauf nach Plan. 50 Minuten am Stück, ja das ist tatsächlich wieder "lang" für mich. Abwechselnd 4min Laufen, 1min Gehen war es aber mehr als ertragbar, am Ende kamen 6,6km mit einem Schnitt von 8:31 heraus - wobei hier die Gehpausen mit eingerechnet sind. Ein neuer Streckenrekord seit Beginn des Trainings also ;) Dabei habe ich dann auch gleich noch ein neues Stück vom Wald kennengelernt. Schon faszinierend, dass so ein "Wald" dann doch überall anders aussehen kann.

Ich habe mich mittlerweile entschlossen einem "10km Ankommen" Trainingsplan zu folgen, dann im Winter etwas mehr Geschwindigkeit aufzubauen und - wenn es klappt - evtl ab dem Dezember auf den Lufthansa Halbmarathon im März hinzuarbeiten. Aber mal sehen, erstmal die 10 wieder schaffen und dann sehen wir weiter.

Nebenbei war ich auch brav und habe zumindest zweimal diese Woche meine Arme und den Rumpf traininert, hier sind auch geringfügige Fortschritte zu sehen (6 Liegestütze am Stück! Yay! ...not)

Mit dem Essen tut sich nicht viel. Hier war ich wieder ein wenig nachlässig und dementsprechend stecke ich immer noch bei 65,5 plus minus ein bisschen. Aber ich kann beobachten wie mein Hintern und meine Beine wieder an Form gewinnen. Ein bisschen mehr Disziplin beim Essen und... naja wir werden sehen.


Danke an alle, die mich auch auf Twitter zurück begrüßt haben. Kommentare helfen immer, durchzuhalten und neue Motiavation zu finden!


Für die nächste Woche stehen wieder drei Läufe an, dazu 3 Mal Stabi und ich würde gerne wenigstens einmal Schwimmen oder Radeln gehen. Mal sehen, was der Zeitplan hergibt.

Sonntag, 31. Juli 2011

Erholungslauf

Ich weiß gar nicht mehr so genau wann ich vom Joggen zum Laufen übergegangen bin. Also der Tag, an dem aus gemütlichem dahergezockel (halbwegs) ambitioniertes Training wurde. Es war wohl irgendwann im Sommer vor zwei Jahren, als ich die spinnerte Idee mit dem Triathlon bekam.

Seit dem war laufen eigentlich immer mit einem Leistungsgedanken verknüpft. Das Ründchen am Sonntag war das Erste, an das ich tatsächlich völlig ohne Druck rangegangen bin. Einfach gemütlich durch den Wald zockeln und ein paar Bilder fürs Blog schießen. Das Laufen tatsächlich mal wieder genießen (wenn auch in entsprechend langsamer Geschwindigkeit) - das war einfach schön, und vielleicht auch er Anstoß, den ich gebraucht habe um wieder Spaß am Sport zu bekommen.

Ich denke jetzt wieder über sportliche Ziele nach. Was ich nächstes Jahr erreichen möchte. Was das nächste Ziel sein soll. Eins ist klar - natürlich Regelmäßigkeit. Auch wenn das vermutlich mit meinen Arbeitszeiten schwierig wird, aber ein Verein wäre wieder toll. Oder zumindest ein paar Leute hier in der Gegend, mit denen ich laufen gehen könnte. Oder radeln.

Die Frage ist, welches Ziel ansteuern? Halbmarathon, vielleicht Mararathon im nächsten Jahr? Vermutlich ist das schon wieder etwas hochgegriffen. Aber ich mag die kleinen Volksläufe im Winter. Also auf irgendwas im Winter oder Anfang nächsten Jahres hintrainieren. Warum nicht. Mal sehen, was ich so an Trainingsplänen auftun kann. Was ich gelernt habe ist vor allem: Tempo raus. Nicht zu viel wollen. Einfach mal treiben lassen.

--


Es ist ein bisschen frisch, als ich loslaufe. Das Wetter ist gar nicht so schlecht für November, hat neulich ein Bekannter von mit gespöttelt - dabei haben wir fast August. Mir kommt es entgegen, Hitze liegt mir nicht, bei 29 Grad funktioniere ich am Besten.
Ich habe mein Telefon dabei um ein paar Fotos zu schießen.

traurige, sonnenlose Blumen
Eigentlich ist der Wald furchtbar langweilig. Aber ich mag die Strecke trotzdem. Erst ein Stück übers Feld, ein paar Bäumchen rechts und links, vorbei am Sonnenblumenfeld und dann entlang des Bächleins ist doch irgendwie schön.


(Fliegen?)Pilz
Um diese Uhrzeit ist fast niemand unterwegs. Die Hundeleute haben jetzt keine Lust mehr, die letzte Runde des Tags ist in der Regel bereits vorbei. Am Ende des ein oder anderen Waldweges sehe ich ab und an einen Jogger, aber das wars dann auch. Schon fast Dämmerungsstimmung - obwohl es erst kurz nach 19 Uhr ist. Macht auch nichts. Ich stelle fest, dass das Nasskalte Wetter die Pilze davon überzeugt hat, schon Saison zu haben. Von mir aus. Die, die ich finde sind aber soweit ich weiß keine genießbaren Zeitgenossen, deshalb lasse ich sie stehen.

Urwald (ein bisschen)
Ich mag Trampelpfade. Waldwege breit wie Straßen liegen mir gar nicht. Und ein kleiner Abschnitt des Weges ist fast trampelpfadig. Immerhin :) Der Weg schlängelt sich durch die Bäume und irgendwann an einer Lichtung vorbei, an der ich dann wieder rechts auf einen größeren Weg abbiege. Deutsche Wälder sind dann doch eher pragmatisch angelegt - sich zu verlaufen ist quasi unmöglich weil die Forstwege grundsätzlich in rechten Winkeln zueinander verlaufen. Schade. Der, auf dem ich da entlanglaufe gehört zu einem Wasserschutzgebiet, behauptet zumindest ein fast komplett mit Efeu zugewachsenes Schild. Klingt sinnvoll, weil irgendwo zwei Ecken weiter auch das Wasserwerk ist.

Ich zockle gemütlich weiter, komme mir wieder ein bisschen vor wie ein dickes Shetlandpony und mache erst an der Bundesstraße (mit Ampel) eine kurze Pause. Der Erdbeere&Spargel-Stand ist weg. Die Verkäuferin hat mir immer leid getan, weil sie da jeden Tag bei brühender Hitze drin sitzen musste. Jetzt ist wieder Platz für einen Neuer Wein-Stand. Oder einen "Kartoffeln&Zwiebeln". Die Ampel wird grün und ich entschließe mich, den weg zurückzulaufen, den ich gekommen bin. Macht die Runde etwas länger - ziemlich exakt 5km im Ganzen. Immer noch kein Hexenwerk. Aber es läuft sich ganz gut an diesem Abend, zumal mir die Zeit ziemlich egal ist.

verwackeltes Plätscher
Also wieder am Bach entlang, vorbei an den Relikten des Trimm-Dich-Pfades und am Ende wieder über die Brücke und übers Feld und dann schon zuhause. Der Hase wartet schon, und ich mache ganz brav noch ein paar Situps und Liegestütze. Hach.

Dienstag, 26. Juli 2011

Auf den Hund gekommen

Heute war ich wieder Laufen. Das erste Mal seit zwei Wochen. Eigentlich hatte ich keine Lust. Ich bin nur gegangen, weil der Hase mir ordentlich in den Hintern getreten hat. Und damit es nicht so langweilig wird, habe ich den Hund von Schwiegers mitgenommen. 

Der Schwiegerhund heißt Ole und ist ein 3jähriger Labradorrüde. Und so ziemlich das liebste und freundlichste Tier das ich kenne. Und das sage ich als Katzenmensch.



Das Leinenproblem war schnell gelöst: einfach ein altes Startnummernband und die Leine reingehängt und los gings. Ole hat recht schnell verstanden, dass wir ein einheitliches Tempo laufen und dass er sich mit dem Markieren etwas beeilen muss. Allerdings war sein einheitliches Tempo deutlich schneller als mein einheitliches Tempo, weshalb mein Puls (vielleicht auch wegen der zwei Wochen ohne Training) jenseits von gut und böse war. 

Gelaufen sind wir meine kleine Runde. Es war schön und abwechslungsreich, wenn auch mit vielen Pausen. Immer wieder begegnet man ja anderen Hunden und ein zwei Straßen muss ich ja auch überqueren und da stand natürlich die Sicherheit vor der Trainingszeit. Insgesamt hat es aber alles ganz hervorragend geklappt.

Zur Belohnung durfte Ole kurz im Bach an dem wir entlangjoggten baden, und ließ sich natürlich nicht die Gelegenheit entgehen, sich anschließend ausgiebig im Sand zu wälzen, sodass ich Schwiegers relativ aufwendig erklären musste, dass der Dreckhaufen den ich da an meiner Leine hinter mir herzog ihr Hund sein sollte. Der Hase hat ihn dann trockengerubbelt und dann ging es wieder. Insgesamt sah er sehr müde und fertig aus, aber ich glaube, er hatte Spaß beim Laufen mit mir um die Wette zu hecheln. 

Mittwoch, 6. Juli 2011

Na immerhin...

Ein wenig geht es dann doch voran. Gestern war ich brav laufen, allerdings auf Grund der Hitze nur knapp 5km statt den angezielten 6. Diese immerhin in etwas schneller als letztes Mal. Morgen früh dann wieder die 6, hoffentlich in 8:00min/km. Wir dürfen gespannt sein.

Heute war mein freier Tag diese Woche - und natürlich hat sich das Wetter wieder in Grenzen gehalten. Dafür bin ich mit dem Hasen ins Schwimmbad nach Eberstadt gefahren um festzustellen, dass die Ausdauer natürlich auch dort gelitten hat. Begeistert war ich von dem Bad ganz und gar nicht. 25m Becken und dann auch noch mit einem dieser ätzenden Abgrenzungsseile für den Nichtschwimmerbereich mittendurch. Beim nächsten mal dann lieber das andere Bad, das ohnehin näher ist.

Dafür gab es dann auch gleich was zum Gaffen (oder auch nicht). Ein Jugendlicher hatte sich wohl am Beckenrand böse den Kopf angeschlagen und war daraufhin im Becken untergegangen. Als wir ankamen waren die Rettungskräfte bereits vor Ort und nach einigen Wiederbelebungsversuchen schien der Junge zumindest wieder zu Atmen. Am Ende kam auch noch der Rettungshubschrauber und landete auf der Wiese, man kann also nicht sagen, dass es langweilig gewesen wäre.

Geärgert habe ich mich über ein paar Halbstarke die am Beckenrand herumlungerten und mich angepöbelt haben, wie ich denn weiterschwimmen könne, während der Junge da im Sterben läge. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie mit Gaffen auch nichts besser machen und sie entweder helfen sollen oder sich gleich ne Packung Popcorn kaufen können. Alternativ den Rettungskräften im Weg stehen oder das Ganze auf YouTube stellen. Und dann andere mit so einer Pseudomoral anpöbeln... Da platzt mir ja gleich die Hutschnur.

Das letzte Ärgernis war dann noch, dass es in diesem Schwimmbad (trotz Eintrittspreis von 3€, wie üblich in den Darmstädter Bädern) kein warmes Wasser zum Duschen gibt, bzw wohl nur gegen Münzeinwurf.
Sowas finde ich einfach nur frech. Das Bad selbst bietet jetzt auch nicht grade viel (abgesehen von sanierungsbedürftigen Becken und unbeleuchteten Gruppenduschen), da könnte man wenigstens Warmwasser erwarten.

Achja, beim Gewicht tut sich nicht viel im Moment, aber wenigstens bin ich wieder beim Ausgangspunkt angelangt. Bisher war ich auch noch nicht bei McBlöd und habe in den Mittagspausen brav Salat oder Gemüselasagne vom Bioladen gegessen. Für Morgen ist das Mittagsmahl schon vorbereitet.

Freitag, 1. Juli 2011

Wetterwechsel

Zur Zeit ist bei mir alles ziemlich busy, daher komme ich kaum zum schreiben - habt Nachsicht mit mir.

Ich sitze beim Frühstück und schaue der Katze beim Katzengras knabbern zu. Vermutlich wäre sie lieber Kuh geworden, aber es hat einfach keiner gefragt.

Gestern war eigentlich ein ganz guter Tag. Das Wetter ist zur Zeit mehr als gnädig mit mir: 23 Grad bei Sonne und leichtem Wind - das ideale Sommerwetter für mich. Morgens habe ich mich aus dem Bett gequält um laufen zu gehen. Nach der Aktion am Dienstag waren die Erwartungen eher gemischt, besonders angesichts der Tatsache, dass diesmal 6km auf dem Plan standen. (Lustig, eine Strecke die ich vor einem Jahr Entspannt und locker gelaufen wäre).

Also Morgens die neue Route rausgesucht, in die Laufschuhe gehüpft (also die Morgenmuffel-Version von hüpfen) und los.

Das Wetter war diesmal tatsächlich angenehm. In den ersten Minuten habe ich noch etwas gefröstelt, aber dann war es einfach nur gut. Vorbei an den Feldern, von denen eines mittlerweile mit grünem Zeug bewachsen ist, das verdächtig nach Sonnenblumen aussieht - Vorfreude für den Herbst! - über die Brücke und wie üblich am Bach entlang.
Mein Puls ist erstaunlich niedrig - so wie immer Morgens - aber ich habe auch keine Eile. Keine Lust, dass ich nach 3km hechelnd in der Hecke liege.

Ich folge weiter meiner gewohnten Strecke: Bach, Brücke, Wald, vorbei an einer Baustelle der Stadtwerke (?) nochmal Brücke, Feld und wieder im Wald. Dieses Mal nicht nach rechts, sondern nach links abbiegen um noch ein paar Meter dranzuhängen.
Der Weg ist Trampelpfadmäßig. Ich mag Trampelpfade. Ich hopple weiter durch den Wald und freue mich über den Trampelpfad und das schöne Wetter.

Nach einer Weile dann rechts Abbiegen und irgendwie auf der Hauptverkehrsstrasse landen. Ein grässlich breiter Waldweg voller Walker, Hundegassiführer (also: Hund rennt vorweg, Frauchen latscht "Schuffiiiii! komm sofort her!" schreiend mit der Leine um den Hals schnaufend hinterher) und Jogger, die mit ähnlicher Geschwindigkeit wie ich unterwegs sind.

Ich hopple vorbei und beschließe, noch einen Schlenker einzulegen, um auf die 6km zu kommen.
Der Rest des Weges ist recht ereignislos. Ich laufe meine gewohnte Strecke zurück und bin nach knapp 50 Minuten wieder zuhause. Keine Glanzleistung, aber ein Anfang.

Ächtz

Das Wetter macht mir in letzter Zeit wirklich zu schaffen. Und damit meine ich nicht nur die unsägliche Hitze, sondern vor allem die ständigen Umschwünge. 
Jedes mal, wenn eine Wolke am Horizont auftaucht, fahre ich zwei Tage lang Schiff: mein Kreislauf meldet sich wehement. Einer der Gründe, warum die letzte Woche so bescheiden lief. 

Eigentlich wollte ich Montag Abend schon laufen gehen, aber da die Hitze auch um halb 10 noch immer unaushaltbar war habe ich es auf heute früh verschoben. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte. 

Kurz nach Acht mit Kopfschmerzen aus dem Bett gequält und schlaftrunken nach meinen Laufschuhen gesucht. Immer noch im Halbschlaf nach draussen und entzückt den erfrischenden Wind bemerkt. Zwei Minuten später, aus allen Löchern schwitzend und triefend festgestellt, dass der Wind Einbildung gewesen sein muss. 

Die Lauffreie Woche hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Zwar liegen die Zeiten noch immer im Bereich der letzten, aber Gefühlt war es dann doch heftig anstrengender. Auf Grund der Hitze habe ich dann auch beschlossen, nicht meine übliche Runde zu laufen, sondern den schattigeren Hinweg wieder zurück. Schon beim Hinweg war mir eine Frau aufgefallen, die mit Kletterausrüstung unter einem Baum stand und Seile spannte. Angesichts der Menge Verrückte die ich so kenne, dachte ich mir nichts weiter dabei. Als ich zurückkam hingen die Seile immer noch, die Frau war weg. Ein Kunstprojekt?

Die Frage sollte sich hinter der nächsten Biegung klären: dort waren ebenfalls Seile über das Bächlein gespannt. Direkt hinter dem Sportplatz. Auf dem eine Horde Kinder von ein paar Erwachsenen zu bändigen versucht wurde. Abenteuerferien gabs zu meiner Zeit auch schon.

Das Laufen hat mir gestern dann doch stark zugesetzt. Zu Hause hätte ich mich gerne nochmal schlafen gelegt, musste aber direkt weiter zur Arbeit. Dort dann den ganzen Tag furchtbar schlaff. Irgendwie nicht ganz das Wahre.

Ausserdem habe ich gestern zwei neue Apps auf meinem iPhone installiert. Der ein oder andere kennt vielleicht die Webseiten 100 Liegestütze bzw 200 Situps. Die tollen Pläne von dort gibt es auch als App, was das Ganze menier Meinung nach deutlich leichter und praktischer macht.

Sonntag, 19. Juni 2011

Da kommt Wasser vom Himmel

Wenn das Wochenende immer nur aus dem Sonntag besteht ist für Erholung irgendwie nicht wirklich Zeit. Zumindest nicht, wenn man noch irgendwas anderes erledigen möchte.
Da der zweite Lauf diese Woche schon nicht geklappt hat, stand ich deshalb heute ja unter Druck, wenigstens Nummer Drei hinzubekommen, um micht nicht völligst zu blamieren. Trotzdem war es verdammt hart.

Nach dem obligatorischen Ausschlafen hatten wir mangels Frühstücksbestückung beschlossen, das Frühstück ausfallen zu lassen, und sind statt dessen für Abendessen und Kaffee einkaufen gefahren. Da sich Besuch angekündigt hat, habe ich beschlossen Erdbeerkuchen zu machen, und irgendwie hatten genug Andere dieselbe Idee. Jedenfalls war der Rewe am Darmstädter Hauptbahnhof (Ja, der hat Sonntags geöffnet) bis zum bersten voll.

Zu Hause habe ich dann grade noch rechtzeitig Erdbeerkuchen gebastelt und der (auch triathloninfizierte) Besuch hat sich zumindest darüber gefreut, auch wenn meine Beurteilung des Gebäcks eher mittelmäßig ausgefallen ist.

Der Rest des Nachmittags bestand aus Sofagegammel und immer wieder besorgten Blicken nach draussen, wo langsam aber sicher immer mehr Wolken aufzogen, und der Wind war auch schon den ganzen Tag gut dabei.

Irgendwann gegen 6 konnte ich das Laufen dann doch nicht mehr aufschieben und habe mir kurzerhand Laufschuhe und -klamotten geschnappt und in weiser Vorraussicht auch gleich eine wasserdichte Weste angezogen.

Erstaunlicherweise lief es sich ganz gut. Vielleicht lag es an der heute nicht vorhandenen Hitze, vielleicht kann man es auch endlich auf den einsetzenden Trainingseffekt schieben, jedenfalls schoss mein Puls heute nicht direkt irre in die Höhe und ich hatte auch nicht instant das Gefühl ins Koma zu fallen.

Gelaufen bin ich die gleiche Strecke wie am Mittwoch, insofern lassen sich beide Werte gut vergleichen. Zwar war ich heute unsignifikant langsamer, dafür blieb der Puls zumindest halbwegs in einem Bereich der sich als „GA1“ beschreiben lässt. Wenn man ein Auge zudrückt. Der Zeitpunkt an dem ich merke dass mein Puls ansteigt hat sich mittlerweile auch von KM 2 auf 3 verlagert.

Immerhin hat es heute endlich mal wieder sowas wie Spaß gemacht, und da ich nicht die ganze Zeit mit sterben beschäftigt war, konnte ich sogar wieder etwas nachdenken, bzw meine Umgebung bewundern. Zum Beispiel diese Diestel, auf der sich ein halber Staat Marienkäfer angesammelt hatte. (Ich frage mich allerdings ob die den Sturm überlebt haben). 

Foto von sesen.net

Der auf den letzten Metern einsetzende Regen hat mich eigentlich nicht wirklich gestört. Ich laufe gern bei Regen. Solange es nicht kalt ist, versteht sich.

Für die Statistik:

  • Time: 00:32:59
  • Distance: 3.98 km
  • Elevation Gain: 13 m
  • Calories: 355 C
  • Avg Pace: 08:17 min/km
  • Avg HR: 153 bpm

Sonst gibt es zu diesem Tag nicht viel zu sagen. Ich habe heute wieder mal brav protokolliert was ich so zu mir genommen habe und bin dabei tatsächlich auch mal wieder unter meinem Kalorienlimit geblieben. Eventuell nehme ich ja doch irgendwann ab...

Mittwoch, 15. Juni 2011

Hilfe ich bin Berühmt

Eigentlich wollte ich jetzt von meinem Läufchen heute berichten, aber ich habe mich dann doch sehr über das viele (positive!) Feedback zu meiner Rückmeldung gefreut. Auf jeden Fall euch allen schonmal vielen Dank. Mit Freunden ist es dann doch immer deutlich leichter durchzuhalten. Zudem hat mich das Darmstädter Online-Blättchen gefeatured, was ich natürlich sehr nett finde, und sich offensichtlich auch auf die Besucherzahlen dieses Blogs auswirkt. Danke.


Jetzt aber zum Läufchen von heute.
Dazu ist vor allem zu sagen, dass ich die Temperatur mal wieder grauenhaft unterschätzt habe. Es ist höllisch schwül da draussen. Nach den ersten Metern lief mir erstmal eine fette Raupe mit Haaren über den Weg. Ich finde die ja super niedlich, aber seit mir jemand gesagt hat, dass die giftig wären habe ich auch ordentlich respekt vor ihnen.
Ausserdem habe ich es geschafft, mir direkt nach dem loslaufen den Arm an irgendwelchen Distelnesselpflanzen zu reiben und damit ein unangenehmes brennen für den Rest des Laufes mit mir rumzutragen.

Meine aktuelle Strecke führt entlang des Sandbachs durch ein kleines Waldstück und am Rand einiger Feld und des Sportplatzes vorbei. Flache, abwechslungsreiche 4km mit zwei Straßenüberquerungen in der Mitte. Bilder folgen noch.

Positiv zu vermerken ist, dass die ersten 2km echt locker von der Hand gingen. Bei Beginn von KM 3 ging dann der Puls aber schon merklich in die Höhe und hat diesen Trend dann auch bis zum Ende beibehalten. Ist ja klar, nach zwei guten Wochen wieder eine gar nix gemacht, das kann ja nix werden. Immerhin halte ich die 4km aber wieder durch. Noch nicht locker, aber ich komme an. Jetzt also einfach dranbleiben.

Für die Statistik:
  • Time: 00:32:37
  • Distance: 3.98 km
  • Elevation Gain: 14 m
  • Calories: 366 C
  • Avg Pace: 08:11 min/km
  • Avg HR: 160 bpm

Meine Pulsuhr stürzt übrigens in letzter Zeit öfter ab, wenn ich versuche die Daten hochzuladen. Uncool. Liebe Garmin-Leute, wenn ihr schon so teuren Kram verkauft, dann macht ihn doch bitte ordentlich!

Garmin Connect bietet ausserdem ein tolles Feature, um aufgezeichnete Aktivitäten in die eigene Webseite einzubinden. Leider lässt sich das, was da eingebunden wird nicht selbst bestimmen. Und ein bisschen Privatsphäre hätte ich dann doch noch gerne. 

Samstag, 26. Juni 2010

Plitsch, Platsch

Mir ist schon vor längerem aufgefallen, dass ich bisher noch keinen Artikel übers Schwimmen geschrieben habe. Wieso eigentlich nicht?
Nunja, das hat damit zu tun, dass ich beim Schwimmen in der Regel meine Gedanken woanders habe als beim Laufen oder Radfahren, da kann ich mir nämlich in aller Ruhe überlegen was ich denn in meinen nächsten Artikel so reinpacke. Beim Schwimmen sind es mehr alltägliche Dinge, die mir so durch den Kopf schwirren.

Euch zuliebe werde ich es trotzdem einmal versuchen.

Schwimmen. Also. Im Grunde meine Lieblingssportart (hunderte entsetzter Triathleten schreien im Hintergrund auf). Wasser war schon immer mein Element, Schwimmen habe ich - als braves deutsches Kind - im Schwimmkurs mit 5 oder 6 Jahren gelernt, daraufhin innerhalb der nächsten Jahre - immer noch ganz deutsch - fleissig Abzeichen gesammelt. Freischwimmer in Bronze, Silber und Gold, Stundenschwimmer für eine, anderthalb und zwei Stunden und dazu noch alles mögliche andere das mir da so über den Weg gelaufen oder geschwommen ist.
Irgendwann gegen Ende der Grundschulzeit bin ich der DLRG Ortsgruppe beigetreten (mangels anderem Schwimmverein) und habe von da an fleissig schwimmen, schnorcheln, tauchen, Menschen aus dem Wasser fischen und wiederbeleben gelernt. Im Verein blieb ich etwas über 10 Jahre, in der Oberstufe des Gymnasiums war dann auch Zeit und Interessensgründen irgendwann Schluss.

Im Alter von 10-14 war ich beinahe täglich im Schwimmbad, kannte alle Bademeister beim Vornamen und auch wo man am Besten und am Verbotensten im Bad spielen konnte. Von 15-17 habe ich dann ab und an am wiedereröffneten Badesee als Baywatch-Tante ausgeholfen, was im Grunde nur aus „den ganzen Tag rumliegen, wichtig gucken und sich den schlimmsten Sonnenbrand aller Zeiten holen“ bestand. Retten musste ich nie irgendwen und das Schlimmste was mal passierte war ein Kind das in eine Wespe getreten war.

Kurz: Ich habe eine Umfangreiche Schwimmer-Vergangenheit. Vielleicht ist die auch der Grund dafür, warum ich nicht so wirklich weiß, was ich übers Schwimmen schreiben soll. Ich habe einfach schon alles gesehen. Besonders als Kind sieht man öfter Dinge, die man erst Jahre später einordnen kann. Und Paare, die etwas mehr als kuscheln im Sprudelbecken machen, gehören da noch zu den harmlosen Dingen.

Schon als Kind verbrachte ich einen großen Teil meiner Freizeit mit Bahnen ziehen im Schwimmerbecken. Hin und Her und wieder zurück. Mal langsam, mal schnell. Ich dachte mir im Kopf Geschichten dazu aus, z.B. dass ich für die Olympischen Spiele trainierte (das war realistisch mit 12, da wäre ich 16 bei den nächsten gewesen und hätte teilnehmen dürfen) oder dass ich eine Freundin von Ocean Girl war, eine beliebte Kinderserie die zu der Zeit im Fernsehen lief (kennt die noch wer?).

Im Grunde hat sich als Erwachsener am Vorgang selbst nicht viel geändert. Ausser dass ich mich mehr ärgere. Über das Treibgut (aka langsame Schwimmer in extremer Schräglage so dass man nicht wirklich weiß ob sie nun Wasser treten oder schwimmen aber eigentlich ist es auch egal weil sie sich ohnehin so langsam bewegen dass es fast scheint sie schwämmen rückwärts) weil es so langsam ist, über die Triathleten weil sie durchs Wasser pflügen wie eine Kreuzung aus Mähdrescher und Schaufelraddampfer, über die schnellen, guten Schwimmer weil sie viel schneller und besser sind als ich und über den Rest sowieso.

Am Schlimmsten ist ohnehin, dass anscheinend keiner von denen verstanden hat, dass in diesem Schwimmbad die langsamen Schwimmer auf den rechten Bahnen schwimmen sollten und die schnelleren mehr zur linken Seite hin. Auch das „Rechtsschwimmgebot“ wie auf der Straße scheint den Meisten fremd zu sein (für alle dies nicht kennen: auf einer Bahn gibt es eine Mittellinie. Darauf wird geschwommen, wenn grade Wettkampf ist. Ist grade kein Wettkampf, schwimmt man immer rechts von der Linie. Auf diese Weise hat man einen schönen Kreisverkehr und schwimmt sich nicht ständig entgegen. Überholt wird, wie auf der Straße, links).

Und die Krönung des Ganzen sind dann ohnehin soziale Grüppchen, die dann glauben zu dritt nebeneinander im Schneckentempo das halbe Becken zu blockieren wäre irgendwie lustig und sich dann noch beschweren, wenn jemand sie aus versehen tritt.


Früher war das jedenfalls alles wesentlich entspannter. Die Zustände in deutschen Schwimmbädern sind einfach nicht mehr tragbar...

Samstag, 22. Mai 2010

Serendipity

Der Begriff Serendipity bzw. Serendipität, gelegentlich auch Serendipity-Prinzip bzw. Serendipitätsprinzip, bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist. Verwandt, aber nicht identisch, ist der weiter gefasste Begriff „glücklicher Zufall“. Serendipität betont zusätzlich „Untersuchung“; auch „intelligente Schlussfolgerung“ oder Findigkeit.
de.wikipedia.org

Die schönste Übersetzung die ich bisher für dieses Wort gelesen habe war "Die Eigenschaft, zufällig erfreuliche Entdeckungen zu machen". Ich mag das Wort, und manchmal habe ich Erlebnisse, bei denen ich lächeln muss und die mich fröhlich machen, obwohl sie eigentlich gar nicht so besonders sind und obwohl ich eigentlich so gar nicht mit ihnen gerechnet hatte.

Nachdem mir das Wetter schon einige Tage zu schaffen macht und ich heute schon wieder mit starken Kopfschmerzen aufgewacht bin fand ich es nach einwerfen einer Chemiekeule einfach nicht mehr aushaltbar, bei so schönem Wetter im Bett zu liegen. Also in die Laufschuhe gehüpft und ab nach draussen.


Tja was soll ich sagen, es lief nicht halb so gut wie geplant, trotz extra langsamem einlaufen kam ich mir eher so vor als müsste ich meinen Körper von Schritt zu Schritt schleppen statt zu joggen. Dazu hatte ich den Mund aufgerissen um Luft zu bekommen, aber irgendwie schien der Sauerstoff auf halbem Wege zur Lunge verloren zu gehen. Nachdem sich nach 10min auch noch der Rest vom Kreislauf mit Schwindelanfällen meldete, gab ich auf. Vermutlich war der plötzliche Wetterumschwung, die Erkältung die so ein bisschen in den Startlöchern lag und weitere hormonelle Handicaps einfach zu viel um mir einen gemütlichen Samstag-Nachmittag-Lauf zu gewähren.

Ich fiel also von meinem langsam Trab in gemächliches gehen ab und beschloss, die kleine Rune einfach zu Ende zu laufen. Insgesamt ist es lustig, denn es ist erst das zweite Mal in meiner Laufkarriere dass ich tatsächlich ein Training abbreche. Da das Wetter hevorglänzend ist, genieße ich einfach den Heimweg und mache einige Fotos. Da kommt man ja sonst nicht dazu.

Ich komme an meinem See vorbei. Eigentlich heißt er anders, aber der Name ist echt hässlich, deshalb werde ich es hier mit "mein See" belassen, ihr wisst dann ja schon was ich meine. Ich folge einem kleinen Trampelpfad der mich tatsächlich recht nah ans Ufer bringt. Ein Maikäfer (oh Gott sind etwa immer noch ein paar von denen am Leben?) kämpft um sein leben und versucht verzweifelt wegzukriechen. Er ist aber an einem anderen Maikäfer verhakt der anscheinend beim Liebesspiel einfach weggestorben ist. Tod durch Snoo Snoo. Kann es etwas Schöneres geben?

Ich knipse ein paar Bilder und ziehe weiter. Eine Spitzmaus läuft eine kleine Strecke neben mir entlang und wirft mir einen empörten Blick zu, es kann ja wohl nicht angehen dass ich sie bei ihrem Tagwerk störe, bevor sie im Unterholz verschwindet. Ich entscheide, mich nicht weiter dazu zu äußern und gehe weiter. Links und rechts des Weges liegen noch immer die hübschen Holzstapel und wenn man nah rangeht riecht man immer noch frisches Holz. Ich mag den Geruch sehr. Vielleicht stelle ich mir einfach mal so für den Geruch einen Baumstumpf ins Zimmer.

Zwei Vögel machen einen gehörigen Krach. Bei genauerem hinsehen beobachte ich zwei Buntspechte, die sich um ihr Revier zanken, dann ist da schon die Straße und ich bemerke dass das "Bei Dunkelheit hier nicht reinfahren weil Kröten"-Schild weg ist. Schade, jetzt wo ich es doch fotografieren wollte. Dafür ist der Krötenzaun noch da, über den ich mich immer wieder köstlich amüsiere.

Normalerweise würde ich geradeaus weiterlaufen, aber da ich ja nur einen Spaziergang mache biege ich links ab, entlang der Straße. Ein paar Meter weiter liegt ein totes Tier neben der Fahrbahn, das dunkle Fell macht mich neugierig und ich wundere mich was es wohl sein könnte. Beim Näherkommen stellt sich heraus dass es eine Katze ist und der Anblick macht mich auf einmal ganz traurig. Die Kleine kommt mir viel zu bekannt vor, vielleicht weil der Nachbar eine ähnliche hat. Ich hoffe dass es eine Andere ist und gehe schnell weiter, das Tier sieht aus als würde es nur schlafen und ich mag sie nicht aufwecken.

Ich begutachte ein paar Schafe in einem mit lilanen und weißen Fliederbäumen gesäumten Gehege, zwei Lämmchen springen auch mit herum. Anschließend kommen eine Menge langweilige Spargelfelder. Das Wetter macht sich auch hier bemerkbar: Ein Teil der Felder ist immer noch mit schwarzer Folie bedeckt und die Preise in der Stadt lassen einen auch mit den Beinen schlackern. Im Garten des ersten Hauses nach den Felder guckt mich ein Hase durch den Zaun neugierig an bevor er weghoppelt und mir sein weißes Stummelschwänzchen präsentiert. Er scheint sich wohl recht sicher zu fühlen hinter diesem Zaun, normal kann man Feldhasen nur in der Dämmerung sehen.

Das nächste Haus ist ein großer Bauernhof der auch einige Tiere im Vorgarten hält. Zwei Pinselohrschweine (ich glaube nicht dass es tatsächlich Pinselohrschweine sind, aber ich finde den Namen so lustig) schnuffeln entlang des Zaunes nach essbarem. Ich bleibe stehen und mache ein paar Bilder. Die Schweine machen freundlich "Öff! Öff!". Ich öffe zurück und sie scheinen zufrieden. Eins knabbert an meinen Fingern. Man muss eben nur höflich sein.
Der Bauernhof hat auch einen Hofladen, den ich heute zum ersten Mal sehe. In Zukunft werde ich dort sicher mal vorbeischauen um frisches Gemüse zu kaufen. Zumal er auch Sonntags geöffnet ist. Davor stehen einige uralte Ackergeräte und zwei historische Traktoren. Ein letztes Foto, dann geht es das letzte Stück Richtung nach Hause.


Ich passiere einige Rhabarberfelder und überlege kurz, mir ein oder zwei Stangen abzuzweigen, lasse es aber bleiben weil mir zwei Leute mit Hunden entgegenkommen. An die Wand hat jemand einen rauchenden Alien gezeichnet. So ein Unfug, warum sollten Aliens rauchen? Am Wegesrand blühen die Brennnesseln und ein paar dicke Hummeln fliegen von Blüte zu Blüte und quetschen sich hinein um an den leckeren Nektar zu kommen. Ich muss daran denken dass wir als Kinder oft die Blüten von Taubnesseln gegessen haben wenn wir im Wald zum spielen waren. Mal sehen, vielleicht lege ich mir zu meinem Baumstumpf ja auch noch einen Blumenkasten mit Taubnesseln an.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!


Eduard Mörike


Ja ich lebe noch. Es ist einige Zeit her, seit ich hier zum letzten Mal etwas geschieben habe. Das hat mehrere Gründe.
Nachdem ich sehr stolz auf mich war, das letzte Jahr sogar während der Minusgrade meinen Trainingsplan eiskalt durchzuziehen, ereilte mich ca. 1 Woche nach Beginn des neuen Jahres (also eigentlich der Zeitpunkt zu dem sonst alle sehr eifrig sind irgendwas zu tun...)ein Motivationstief. Eigentlich war es eher ein Motivationstal, denn es dauerte recht lange und wirkte sich neben dem Sport auch auf mein restliches Leben aus, mit teilweise recht schwerwiegenden Konsequenzen.

Wie auch immer, ich habe es geschafft mich wieder raus zu hiefen, nicht zuletzt dank der Hilfe von Clara, die mir immer wieder Freundschaftlich in den Allerwertesten getreten hat und Nana, die ich letztes Jahr mit dem Triathlonvirus infiziert hatte und deren Begeisterung dieses Jahr auch wieder auf mich übergeschwappt ist. Im März war ich erstmals wieder laufen, nach fast 2-monatiger Pause, allerdings nur sporadische 1-2x. Im April war es dann wieder etwas regelmäßiger 1-2x die Woche.

Vor zwei Wochen habe ich mich dann kurzerhand für 2 Sprinttriathlons und eine olympische Distanz angemeldet, man muss sich ja Ziele setzen. Seit dem war ich auch wieder (mehr oder weniger) regelmäßig beim Schwimmen und das Laufen klappt auch wieder etwas besser.

Ich schreibe diesen Beteitrag während ich mich zum ersten Mal wieder an eine 7,6km-Strecke laufen herantraue. Natürlich schreibe ich ihn nur im Kopf, um ihn später dann zu Papier zu bringen, aber normalerweise entstehen alle meine Beiträge während des Trainings. Der Wald ist mittlerweile schön saftig grün. Bei meinen ersten Läufen nach der Pause war ich mehr oder weniger entsetzt. Der schwere Sturm im Frühjahr hatte deutliche Schäden hinterlassen, viele Bäume waren umgestürtzt und allgemein sah der Wald recht unordentlich aus. Sofern man einen Wald als unordentlich bezeichnen kann.

Das ist jetzt aber alles wieder vergessen. Männer sind mit Maschinen gekommen und haben viele Bäume gefällt, die liegen jetzt alle fein säuberlich aufgereiht am Wegesrand, in den ersten Tagen hat es ganz wunderbar nach frischem Holz gerochen. Mittlerweile riecht es nicht mehr so sehr nach Holz, dafür ist auf jedem Stamm ein hübscher bunter Punkt, der markiert, wer den Stamm gekauft hat. Das ergibt ganz lustige Fleckenmuster.

Es ist nicht sonderlich warm und sehr windig heute. Ich trage eine 3/4 Hose und meine Windjacke, stelle aber fest dass dieses Outfit, sobald man mal aus dem Wind heraus und im Wald ist, eigetnlich zu warm ist. Naja, man kann es nicht allen recht machen. Ich hopple in Schrittgeschwindigkeit durch den Wald und amüsiere mich zum hundertsten mal über das Schild das sagt, "Bitte nach Dunkelheit diesen Weg nicht mehr befahren - Krötenwanderweg". Auf dem Boden liegt ein toter Maikäfer. Und noch einer. Und noch einer. Eigetlich ist der Boden bedeckt mit toten Maikäfern. Und immer mehr fallen vom Himmel. Ein Maikäferregen. Irgendwie ist das ganz schön eklig, ich versuche beim Laufen zu vermeiden auf die kleinen Körper zu treten. Wenn ich es nicht schaffe gibt es ein knackendes Geräusch und ich bekomme eine Gänsehaut. Einmal fällt mir ein Maikäfer auf den Kopf.

Warum sich die Maikäfer genau diesen Tag ausgesucht haben um zu sterben weiß ich nicht. Vielleicht lag es am Wind, vielleicht sehen sie einfach keinen Sinn mehr darin zu leben, wenn der Mai angefangen hat. Oder irgend jemand hat einfach ganz unromantisch Gift gespritzt. Maikäfer sind ja nicht zu unterschätzen, so als Raubtiere. Zumindest wenn man ein Baum ist.

Ich hopple also weiter und hüpfe über tote Maikäfer, philosophierend darüber, warum sie da jetzt so liegen und ob es ihnen wohl egal ist, weil ja nächstes Jahr wieder genug andere Maikäfer da sein werden. Ich trabe an der Straße entlang. Ich hasse diesen Abschnitt meiner Strecke, weil man da immer genau sehen kann wie die Autofahrer glotzen. Normalerweise führe ich die dämlichen Gesichtsausdrücke auf das eigene schlechte Gewissen zurück, weil da jemand was tut. Heute mag es mir nicht so recht gelingen. Ich halte kurz an der Ampel, es ist Feierabendzeit und viel los, dann nochmal links übers Feld abbiegen. Ein Mann kommt mir entgegen der unablässig auf seinen Hund einkreischt. Das arme Tier. Es guckt irgendwie so als würde es sich gerne zu den Maikäfern legen.

Zwei weitere Hundebesitzer und eine Herde Spargelernter passieren mich, oder ich passiere sie. Irgendwer passiert jedenfalls. Ein Mann pflanzt Blumen vor dem Eingang des Privatgrundstücks des FKK-Vereins, an dem ich ebenfalls vorbeijogge. Am Anfang dachte ich das wäre vielleicht etwas aufregendes, ein Testgelände für Waffen. Das Grundstücks eines verbitterten alten Millionärs. Ist es leider nicht. Und wegen des Zaunes kann man noch nicht mal gucken. Also nicht das ich wollen würde.

Weiter am Zaun entlang, eine halbe Ewigkeit, dann noch eine Straße zum überqueren, diesmal warte ich eine Ewigkeit, es ist immer noch Feierabendverkehr. Dann Entspurt nach Hause. Ich muss an meine Mutter denken, die immer gesagt hat "das Pferd riecht den Stall" wenn wir früher unterwegs waren, müde und kaputt auf dem Heimweg und sobald das Haus in Sicht kam noch einmal alle Kräfte gesammelt haben und losgerannt sind.
Dabei kommt mir dieses Gedicht in den Sinn. Ich musste es in der Grundschule auswendig lernen. "Frühling lässt sein blaues Band..." was für ein Blödsinn. Warum ist das Band denn blau? Grün wäre ja noch nachvollziehbar. Aber warum hat der Frühling überhaupt ein Band? Hat der Frühling Hände? Womit sonst hält er das Band fest?

Ich komme zuhause an während ich noch über diese tiefsinnigen Fragen nachgrüble. Nachdem die Laufeinheit pflichtbewusst im Tagebuch vermerkt wurde, beschließe ich nicht weiter darüber nachzudenken und stelle meinen Kopf unter die Dusche, bevor ich noch anfange Harfentöne zu hören.

Samstag, 2. Januar 2010

Bilanz 2009

Zum Jahreswechsel auch von mir ein kleiner Rückblick:



  • Begonnen habe ich mein Training am 17.08.2009 mit 5km Nordic Walking in 60 Minuten.

  • Gelaufen bin ich 229,58 km in 32:20 Std.

  • Geradelt 754.96 km in 33:08 Std.

  • Geschwommen 33 km in 23:15

  • Insgesamt habe ich 94:24 Std. bzw 1028.52 km in 136 Tagen ( 19 Wochen ) Trainiert.



Mal sehen was das neue Jahr so bringt. Ich freue mich drauf.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Schneesturm oder: Warum "Schlechtes Wetter" eine Erfindung von Erwachsenen ist

Wir haben seit langem mal wieder weiße Weinachten. Ein Fakt, den ich eigentlich sehr schön finde, wäre da nicht die Kälte aussenrum. In den letzten Tagen ist steht die Termometeranzeige deutlich unter Null, Nachts fröstelt sie sich sogar auf bis zu -16 Grad herunter. Also quasi ideales Laufwetter.

"So schlimm kanns ja nicht sein" dachte ich mir heute, nachdem ich schon letzte Woche im Schnee gelaufen war. Ausserdem zeigt das Thermometer ja gradezu milde -7 Grad an. Nichtsdestotrotz nahm ich zu Kenntnis dass da draussen quasi ein Schneesturm tobte, zumindest für die Verhältnisse die es normal hier in der Gegend hat, kann man das ruhigen Gewissens als "Schneesturm" bezeichnen.

Eigentlich hatte ich heute meinen langen Lauf machen wollen, entschied mich aber angesichts der Tatsache, dass ich verschlafen hatte und erst kurz vor 3 Uhr aufgewacht war dafür, ihn auf morgen zu verschieben und heute nur einen flotten 40 Minüter einzustreuen.

Nun, was soll ich sagen? - Es war trotzdem SAU KALT! Während ich da allerdings so durch das Schneegestöber joggte und die Stille genoss, nur einmal kurz unterbrochen von einem Jogger in knallgelbem Regenüberzieher, der genauso erstaunt guckte einen anderen Verrückten in diesem Wetter vorzufinden wie ich.

Als ich aus dem Wald herauslief und über das Feld trabte, der frische Schnee machte das laufen gleich doppelt so anstrengend, aber immerhin war laufen mit falscher Technik quasi nicht möglich, da man sonst unweigerlich auf die Nase gefallen wäre, musste ich darüber nachdenken, wann in meinem Leben der Punkt gewesen war, seit dem ich Wetter als "schlecht" einstufte.

Für Kinder gibt es kein schlechtes Wetter. Im Sommer freut man sich aufs Schwimmbad oder den Strand. Im Herbst lässt man Drachen steigen, sammelt buntes Laub und baut Höhlen im Wald. Wenn es regnet springt man in Pfützen und fängt Frösche am Teich. Im Winter wartet man sehnsüchtig auf den ersten Schnee um rodeln zu gehen oder auf dem zugefrorenen Dorfteich Schlittschuh zu laufen. Und wenn im Frühling das erste Grün sprießt, kann man es kaum erwarten nach draussen zu kommen, zum See zu fahren oder Ostereier unterm Busch zu suchen. Warum also dieses ständige Gemeckere über schlechtes Wetter bei Erwachsenen frage ich mich, während ich weiter durch den Schnee stapfe.

Eigentlich ist es schön so. Diese weiße Decke, die sich über alles legt und eine eigentümliche Ruhe ausstrahlt. Die Luft ist ungewöhnlich klar und während ich Schneeflocken von meinen Augen blinzle, freue ich mich plötzlich, dass Winter ist.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Der erste Schnee


Heute war in zweierlei Hinsicht eine Premiere:

Der erste Schnee dieses Winters ist heute Nacht gefallen und ich bin zum allerersten Mal im Schnee gelaufen. Auch wenn man diverse Ski- und Snowboard Unterrichtsstunden durchaus als ebenso anstrengend bezeichnen kann (Berghochlaufen - Runterfahren - Berghochlaufen - Runterfahren etc).

Eigentlich war es gar nicht so spektakulär. Sieht man mal von den Bodenverhältnissen ab: meine übliche Laufstrecke steckte zeitweilig unter einer etwa 20cm tiefen Schlammschicht. Dazu kam, dass heute Intervalle angesagt waren. Ich bin ja absolut nicht der Freund von Tempoläufen. Noch dazu nicht bei dem Wetter. Aber was muss das muss halt. Irgendwie hab ich mich durch die 3x 12 min gemogelt und war am Ende sogar noch halbwegs lebendig. Ich befürchte nur, dass die Radeinheit die für heute Abend geplant ist, auf Morgen verschoben werden muss.


Nostalgie

Letztes Wochenende war ich bei meinen Eltern. Meine Mutter hat Geburtstag gefeiert, und weil ich nicht auf meinen langen Lauf Sonntags verzichten wollte, habe ich kurzerhand meine Laufschuhe (und den ganzen anderen Kram eingepackt) und mich Sonntags in den Wald bewegt.

Meine Eltern wohnen in einer Ländlichen Gegend, und zu dem kleinen Örtchen gehört ein recht großer, schöner Wald mit gut ausgebauten Wegen. Dort bin ich bereits zu meinen Schulzeiten immer gelaufen. Eine Laufstrecke zu finden gestaltete sich allerdings als Herausforderung: Meine alten Strecken waren alle zu kurz. Also habe ich einfach alles was ging kombiniert / hintereinandergehängt und dann los.

Erst dachte ich, der Wald hätte sich nicht verändert, in den letzten 5 Jahren. Aber dann stellt man doch immer wieder kleine Änderungen fest. Die Baumschule ist mittlerweile von Schösslingen zu Übermannhohen Tannenbäumchen herangereift. Die Stelle, die vor ein paar Jahren vom Orkan zerstört wurde, ist jetzt dicht mit Büschen und ersten kleineren Bäumen bewachsen. Und der große alte Baum, in den vor Jahren mal der Blitz eingeschlagen hat, hat mittlerweile mehrere stattliche Äste eingebüßt, und man fragt sich ob er den Winter noch überstehen wird.

Ich komme an dem kleinen Nadelwäldchen vorbei und denke mir, dass Nadelwäldchen irgendwie immer ausssehn wie Wälder aus Märchenbüchern. Und an dem kleinen Tümpel, auf dem wir im Winter immer Schlittschuhlaufen waren und in dem angeblich schon so viele schlittschuhlaufende Kinder ertrunken sind.

Am Ende der Strecke liegt der "Nordic Walking Park". Die Gemeinde hat vor einigen Jahren dem Trendsport Nordic Walking Tribut gezollt, und einen Teil des Waldes mit unterschiedlich langen frisch beschilderten Strecken und einen Lehrpfad mit großen Tafeln auf denen die richtige Technik erklärt wird, ausgestattet. Nichtsdestotrotz kam mir an diesem Sonntagvormittag genau ein Nordic Walker entgegend. Alle anderen waren skistockschwingende, tratschende Hausfrauen.

Man sollte wirklich nicht glauben, was in so einem Wäldchen am Wochenende los ist. Früher habe ich mir abgewöhnt, Samstags Mittags zu laufen, weil man dort vor lauter Menschen kaum ein Tempo halten konnet. Immer wieder blockierten Herden aus "Nordic Walkern" (also die Variante Skistock + Hausfrau) die komplette Breite des Weges.

Lustig ist auch zu sehen, wie sehr sich die Mode von der in der Stadt unterscheidet. Sieht man hier Läufer, so tragen sie zumeist neue oder neuere Laufschuhe, Tights und Jacken von namhaften Herstellern und darunter wohl teure Funktionswäsche. Ein Großteil der Läufer die mir dort begegneten, trugen entweder den Jogginganzug des örtlichen Sportvereins oder eine kombination aus uralten - und ich meine mit uralt 20+ Jahre - Adidas-Tights und - T-shirt, dazu ausgelatschte Sportschuhe.

So nett und nostalgisch das Erlebnis auch war: Weihnachten steht der nächste Besuch bei den Eltern an. Und damit wohl auch die nächste Runde dort im Wald.

Dienstag, 10. November 2009

Triathlon Websites

Das Web ist groß und was man dort so findet ist zum Teil erstaunlich. Die Liste erhebt übrigens keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wer weitere Tipps hat, kann diese gerne in den Kommentaren zum Besten geben.

Ich werde die Liste von Zeit zu Zeit erweitern, es lohnt sich also, öfter mal Reinzuschauen.



Klassiker (deutsch)


http://www.triathlon.de/

Hübsch aufgemachte Seite mit klassischen Szene-News, Trainings- und Wettkampf Tipps und einer einer kleinen Community mit Forum.



http://www.tri-mag.de/

Tri-mag.de Ist die Website zum Triathlon Magazin. Das merkt man auch: Artikel sind vielseitig und gut recherchiert. Besonders Positiv fällt auf, dass ältere Jahrgänge des Magazins in einem eBook-Reader eingesehen werden können - kostenlos. Wem es also nichts ausmacht, dass die Artikel etwas älter sind, der findet hier z.B. kostenlose Trainingspläne. Neben einem Forum gibt es auch einen kleinen Shop, in dem man u.A. sämtliche Zeitschriften und Abos erwärben kann.


http://www.triathlon-tipps.de/

Wer Trainingspläne oder Tipps zu Technik, Wettkampf und Training sucht, der ist hier richtig und gut aufgehoben. Kostenlos gibt es hier einen 12wöchtigen Volksdistanz- und einen 24wöchigen OD-Trainingsplan. Runterzuladen als PDF, die jeweils das Wochenpensum enthält. Die Pläne selbst sind sehr ausfühlich erklärt, für Anfänger sind sie meiner Meinung aber zu detailliert bzw zu techniklastig. Die Schwimmpläne setzen voraus, dass man sämtliche Lagen beherrscht.


http://www.tri2b.com/

Auch wenn die Adresse nicht so anmuten mag, handelt es sich bei tri2b um eine deutsche Triathlonseite mit Infos, Trainingslagern und vielem mehr. Die Berichte sind sehr gut Recherchiert, es gibt Schwerpunktthemen zu bestimmten Veranstaltungen oder Athleten und insgesammt kann man einige Stunden dort mit lesen verbringen.


http://www.dtu-info.de/

Mehr so der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch die Website der Deutschen Triathlon Union erwähnt, weil um die kein Athlet der mehr als Volksdistanz will herumkommt.


Trainingspläne & Co.



http://www.just4sport.de/

Just4Sport bietet Trainingspläne für Laufen, Radfahren und Triathlon an. Kostenlos und - das ist das Besondere - customized. Der ambitionierte Ausdauersportler besimmt zunächst sein Fitnesslevel, dann die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, evtl noch einen Schwerpunkt (im Triathlon-Modus) und daraus errechnet die Seite einen persönlichen Trainingsplan. Neben verschiedenen Distanzen kann z.B. auch zwischen Wettkampf- und Wintertraining bei den Radplänen gewechselt werden. Und auch die Schwimmpläne können sich sehen lassen: Pro Plan gibt es zwei Versionen. Eine für Bleienten und eine für Kraulschwimmer, die es beide in sich haben.



Swim



http://www.svl.ch/
Swimmnews.ch oder svl.ch ist eine Schweizer Seite, die sehr ausfühlich Schwimmtechnik und Trainingslehre erläutert. Da der Webdesigner entweder betrunken oder (wahrscheinlicher) eben kein solcher war, ist die Seite leider recht unübersichtlich geworden. Hier geht es per Direktlink zu den Tipps. Die Seite ist zweisprachig gehalten, links Deutsch, rechts Englisch. Und da die Schweizer etwas eigen sind, muss man sich auch kurz daran gewöhnen, dass sie den Englischen Begriff "Crawl" statt Kraul verwenden.



Bike



http://www.rennrad-news.de/

Rennrad-News ist hauptsächlich eine Communitiy mit Schwerpunktthema - wer hät's gedacht - Rennradeln. Neben dem großen Forum bietet die Seite allerdings auch den Winterpokal an, eine kleine Motivationsstütze um gut Trainiert über den Winter zu kommen. Trainingseinheiten werden eingetragen und nach einem (recht eigenwilligen) Punktesystem bewertet. Es gibt Einzel- und Teamrankings und hübsche Grafiken visualisieren dem Sportler übersichtlich, wie fleissig er war.



Run


http://runnersworld.de/

Runnersworld ist nach eigener Aussage das größte Laufmagazin der Welt. Ich lese es gerne, da ich den Schreibstil sehr mag und die Artikel meist gut und ausfühlich recherchiert sind. Die Webseite bietet allerdings weit mehr, als ein paar unterhaltsame Artikel. Neben einer Riesigen Community mit Forum und Laufpartner-Suchfunktion gibt es Trainingspläne für (fast) alle Distanzen mit verschiedenen Zielzeiten, eine spezielle Frauenabteilung, Rechner für Wettkampfzeiten, Übergewicht und Herzfrequenzen, einen Schuhfinder und eine Trainingstagebuchfunktion. Dazu kommt ein Terminkalender und umfangreiche Informationen zu Ernährung und Gesundheit.

http://www.lauftipps.ch/

Und wieder eine Schweizer Seite. Hier gibt es umfangreiche Tipps zu Lauftechnik, -Sport und Ernährung, Veranstaltungskalender und Berichte über Vergangenes. Alles mit Schwerpunkt auf der Schweiz, aber die Funktion, sich individuelle Trainingspläne fürs Laufen erstellen zu lassen, reizt dann doch.


http://www.jogmap.de/

Ich muss zugeben, dass diese Seite schwierig einzuordnen ist. Jogmap ist eine Community mit Laufschwerpunkt. Gelaufene Strecken können entweder händisch oder per GPS-Device aufgezeichnet werden und einzelne Trainingseinheiten protokolliert werden. Man kann auch andere Sportarten als Laufen dabei angeben, jedoch fehlen spezifischere Informationen wie z.B. Watt fürs Radeln oder der Stil fürs Schwimmen. Sehr nett ist die "Schweinehund"-Funktion der Seite: Je nach Präferenz wählt man einen von drei Schweinehunden mit unterschiedlicher Intensität ("nett und freundlich", "sachlich und bestimmt" oder "knallhart"), die einen dann nach einer selbst definierten Zeit des nichtlaufens mehr oder weniger freundlich daran erinnern, doch mal bitte wieder den Hintern zu bewegen.


Trainingsplanung, Trainingslehre, Technik


http://trainingstagebuch.org

Das leidliche Problem: Wo das Training planen, wo aufzeichnen? Das Trainingstagebuch schafft abhilfe bei diesem Problem. Neben Kalender und Statistiken bietet die Seite den Import von Daten in allen gängigen Formaten, Verknüpfung von Karten auf gpsies.com und das Festlegen von Materialien, Trainingszonen und Partnern / Mentoren. Wer gerne teilt, kann seine Einheiten auf Twitter oder im Facebook publizieren und auch ansonsten lässt das Tool kaum einen Wunsch offen. Allerdings dauert es eine Weile, bis man sich an die recht eigenwillig Optik und Benutzerführung gewöhnt hat.


http://www.sportunterricht.de

Diese Webseite kenne ich noch aus meiner Schulzeit. Im Sport Leistungskurs hat unser Lehrer damals mehrfach darauf verwiesen. Interessant ist die Seite für alle, die sich erstmals mit der Materie Trainings- und Bewegungslehre oder den anderen Aspekten der Sportwissenschaft beschäftigen möchten. Zusätzlich bietet die Seite hilfreiche Animationen und Erklärungen zur Technik in verschiedenen Sportarten.




International

In dieser Sektion ist alles mögliche mehr oder weniger zusammengestopft, was ich aus dem Ausland finden konnte.


http://www.tri247.com

Tri247 ist eine britische Triathlonplattform, die mir vor allem durch ihr schlankes Design und die gut sortierten und vielseitigen Artikel ins Auge gesprungen ist. Wer sich dafür interessiert, was die Briten auf ihrer Insel so treiben, und nebenbei ein paar News über den Rest der Welt bekommen möchte, der ist dort durchaus gut aufgehoben.

Samstag, 7. November 2009

Deutsches Wetter

Es hätte ja so schön sein können. Die ganze Woche hatte ich mich (fast) genau an den Trainingsplan gehalten, und für heute war eine morgendliche Runde im Schwimmbad (das Freitagstraining nachholen, das wegen Terminproblemen verschoben werden musste) geplant und danach noch eine gemütliche Radtour zum Rhein.

Aber natürlich steckt der Teufel im Detail, und der nette Sonnenschein, der vor dem Fenster die Blätter der Bäume hübsch bunt glänzen ließ als ich aufwachte, war irgendwie plötzlich weg, als ich mich auf mein Fahrrad schwang um in den Nachbarort zu Schwimmbad und Trainingspartnerin (Clara) zu radeln.

Gut, das war erstmal nicht weiter dramatisch. Zwar bedeckt, aber dafür noch recht angenehm, bei wenig Wind und ca. 9 Grad. Ausserdem war es ja auch nur ein kleines Stückchen (lockere 7,5 km, flach wie Holland).

Ich kam also recht munter bei Clara an (nur mein rechtes Knie hatte während der Fahrt ein wenig gezwackt, aber das war mir jetzt egal), wurde mit Kohlehydraten zum Frühstück versorgt, wechselte das Beinkleid und die Stiefel und dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg ins städtische Hallenbad.

Der Parkplatz war besorgniserregend voll, aber zum Glück waren es hauptsächlich Schwimmer, die den Morgen nutzten um ihre Bahnen zu drehen. Treibgut (aka Sehkühe aka Aquajogger) gab es nur wenig und es beschränkte sich auf die äußerste Bahn. Auf den abgetrennten Bahnen trainierte ein Schwimmverein (wie immer eigentlich) und die Mitte war eine bunte Mischung, allerdings alle recht flott unterwegs. Zu meinem Leidwesen haben allerdings einige dort noch nie was vom Rechtsfahrschwimmgebot gehört und so glich die Bahn eher einem Zickzack-Slalom als einem geordneten Schwimmen.

Es war das zweite Mal, dass wir nach Plan trainierten. Ich hatte das Netz seit Tagen nach hilfreichen Schwimm-Trainingsplänen abgesucht und dann die Besten für Clara und mich kombiniert. Ich wollte meine alte Form zurück (beim Schwimmen am Dienstag hatte ich entsetzt festgestellt, dass meine Zeit für 50m Kraul der von '98 entsprach) und Clara wollte Kraulen lernen. Also einmal Technik und einmal Grundlagenausdauer bitte. Mit Ketchup.

Der Plan ging wohl ganz gut auf, und ich freute mich, bei Clara seit dem Dienstag schon deutliche Fortschritte zu sehen: Es platschte und prustete deutlich weniger, und sie schaffte sogar schon 3-4 Atemzüge bevor sie ertrank anhalten und luftholen musste. Das gab mir ein bisschen Hoffnung als Lehrer nicht ganz untauglich zu sein.

Ich selbst hatte mir zwischendurch eine längere Einheit Kraulen eingeplant, bei der ich befriedigt feststellte, dass die 500m im Moment in 11 Minuten relativ locker gingen, und etwas unter 10 bis zum Sommer überhaupt kein Thema sein sollten. Eigentlich lohnt es sich gar nicht für so eine kurze Strecke ins Wasser zu gehen.

Nach 2000m für mich und 1500m für Clara waren wir erschöpft und traten den Rückzug an. Mittlerweile regnete es draussen. Igitt.
Nach einem kurzem Zwischenstopp im REWE und einem Mittagessen hatte sich das Wetter immer noch nicht gebessert. Unsere längere Radtour für heute hatten wir schon länger abgeblasen. Es stand noch im Raum, ob Clara mich nach Hause begleiten und dann eine kleinere Runde zurückfahren wollte, aber angesichts der Tatsache, dass sich immer mehr Wolken dort über uns tummelten und auch der Regenradar im Web keine großartige Aussicht auf Besserung vorsah, verschoben wir das Ganze lieber auf unbestimmte Zeit.

Da ich an dem Tag aber noch Termine hatte, die nicht warten konnten, musste ich den netten Plausch auf dem Sofa bei Honigpomelo und Samstags-Nachmittags-Fernsehprogramm leider abbrechen, und nach draussen in das, was den Namen "Wetter" eigentlich schon nicht mehr verdient.

Das war eine richtig beschissene Idee. Nach 100 m war mir klar, dass ich pitschnass werden würde. Es regnete grade nicht wirklich stark aber auf der Straße stand noch das Wasser und die wenigen Regentropfen peitschten mir ins Gesicht. Zumindest dann, wenn grade kein vorbeifahrendes Auto sintflutartige Ergüsse von Pfützenwasser über mich ergossen. Ich musste das Ganze kurz mit diesen netten Erlebnisduschen in der Therme assoziieren, in denen auch plötzlich Wasser seitlich aus der Wand kommt. Nur, dass es dort warm ist. Und ich nicht auf dem Fahrrad sitze. Und das Wasser vorher nicht auf der Straße lag.

Nach 200m stellte ich fest, dass mein Sitzpolster durchnässt war, und ein kontinuierlicher Sprühregen aus Feuchtigkeit und Dreck sich vom Hinterrad aus den Weg auf, unter und durch meinen Sattel suchte.

Nach 2km entdeckte ich, dass in meinem rechten Schuh geschätzte 5l Wasser stecken mussten. Das merkte man daran, dass der Wind nicht mehr kalt durch die Belüftungslöcher in den Schuh blies. Das heißt, vermutlich tat er das noch immer, aber ich spürte auf Grund des vielen Wassers nichts davon.

Nach 3km entdeckte ich, dass meine Radhosen (eigentlich nicht meine, sondern geliehen) hübsch mit Sand / Dreck / Ichwillsnichtwissen gesprenkelt waren.

Nach 4km dachte ich, es wäre eigntlich doof sich abzuhetzen, bei dem Scheisswetter könnte ich auch langsam fahren, wo ich doch schonmal nass wäre. Nach 4,2km fiel mir auf, dass das wohl doch so keine gute Idee war, da der Fahrtwind meine Nassenhosenbeinemuskeln sofort auf -3°C kühlte.

Nach 5km hatte ich sowas von keine Lust mehr, dass ich am liebsten mein Rad vor den grade an mir vorbeirauschenden Bus geworfen hätte und eingestiegen wäre.

Den Rest der Strecke verbrachte ich damit, mich darüber zu Ärgern, dass zwar jemand die Fahrbahn aber nicht den Radweg vom Laub befreit hatte, dass kurz vor meinem Ziel nochmal so eine doofe Brücke im Weg war, dass die Autofahrer alle glotzten wie die Hühner wenns donnert, aber keiner Anhielt um mich mitzunehmen und allgemein verfluchte ich so ziemlich alles und jeden der mir grade so einfiel.

Zuhause angekommen hinterließ ich eine hübsche Dreckspur einmal quer durchs Treppenhaus und verwüstete meine Diele. Die Katzen rannten erstmal hilfeschreiend davon als das nasse, schnaufende Etwas die Tür reinkam. 2-3 Kleierschichten weniger kamen sie dann aber miauend wieder, der Hunger und die Neugier siegen dann doch immer.

Ich duschte erst mich, dann meine Klamotten. Nachdem das Fahrrad wieder getrocknet war (das habe ich nicht auch noch geduscht, obwohl es bestimmt nicht geschadet hätte), wurde es mit einer groben Bürste vom Schlimmsten befreit. Unter anderem von einer Zentimeter hohen Schlammschicht, die sich hinten auf meinem Sattel und auf meiner Werkzeugtasche auftürmten.

Ich weiß schon warum ich Radfahren hasse. Morgen gehe ich wieder laufen.

Montag, 2. November 2009

Laufen im dunkeln


Am Samstag war Halloween. Also quasi ein idealer Tag, um die vor kurzem gekaufte Stirnlampe auszuprobieren. So ähnlich dachte ich zumindest, als ich alleine durch den dunklen Wald rannte, und mir auf einmal einfiel, dass es irgendwie dumm gelaufen war, Heute.

Zur Vorgeschichte:
Die ganze Woche war irgendwie zu vollgestopft gewesen und ich hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, dass der erste Sport den ich machen konnte Freitagsabends eine Session im Schwimmbad mit Clara war. Dafür hatte ich mir vorgenommen Samstag und Sonntag zu laufen, und Sonntags noch eine kleine Runde Rad zu fahren. Tja, es kam wie es kommen musste, ich verbrachte den gesamten Samstag vor dem Rechner, irgendwelche Unisachen erledigen, und als das Essen endlich verdaut war, wurde es draussen schon dunkel. Ausserdem war es KALT. Meine Motivation hielt sich also deutlich in Grenzen.

Glücklicherweise lag irgendwo auf dem Küchentisch noch eine Runner's World, die ich nach dem Abendessen, beim gemütlichen Plausch mit meinem Mitbewohner, gedankenverloren durchblätterte. Irgendwie kamen wir darauf zu sprechen, was mich denn am Laufen begeistere, und nachdem ich es ihm erläutert hatte, wurde der Wunsch stärker, doch noch laufen zu gehen. Zum einen weil ich wusste, dass ich mich danach fantastisch fühlen würde, zum anderen, weil ich mir meine eigene Motivation wieder hatte vor Augen führen können.

Also dick eingepackt, mit der Lampe ausgerüstet (oh Gott, das sieht ja noch viel peinlicher aus als ich befürchtet hatte!) und raus. Die Kälte schlug mir entgegen und ich konnte bei jedem Schritt meinen Atem sehen. Egal. Ich bin meine übliche 6km Runde gelaufen. Und das recht flott. Nach 2-3 Minuten fiel mir zum ersten mal auf, dass ich eigentlich für GA1 Training zu schnell unterwegs war. Ein Blick auf die Pulsuhr brachte die Erkenntnis, dass dem aber nicht so war. Ein neuer Motivationsschub: GA1 Tempo bedeutete für mich bisher einen Schnitt von 8-9 min/km. Die Uhr blinkte mir eine 7 vorne entgegen und ich war Feuer und Flamme.

Der erste Teil der Strecke führt an der Straße entlang und ist beleuchtet. Da kam mir meine Stirnlampe noch reichlich dämlich vor. Dann enden die Lampen, und der Radweg entlang der Straße wurde nur noch von meinem kleinen Lichtlein erhellt. Das fand ich irgendwie sehr spannend. Als ich dann nach rechts in den Wald einbog musste ich doch gewaltig schlucken. Die Büsche und Bäume um mich herum schluckten das Licht meiner Lampe nach wenigen Metern. Oben durch die Bäume konnte man Sterne funkeln sehen. Es war totenstill, die einzigen Geräusche waren das Rascheln meiner Jacke und meine Schritte, die dumpf auf den Waldboden trafen. Ab und zu knackte ein Zweig im Unterholz.

Irgendwo an der Stelle muss es dann gewesen sein, dass mir bewusst wurde, dass es der 31.10., also Halloween war. Im Grunde ja kein Grund zur Besorgnis, aber lauft ihr mal Nachts allein durch den dunklen Wald, nur mit einer Taschenlampe, hört Geräusche die ihr nicht zuordnen könnt und dann fällt euch ein dass evtl Geister unterweges sind. Na super! Dazu kamen dann Schüsse. Ich wurde zunehmend nervöser. Am Mittag hatte ich Jäger auf dem Feld gesehen. Ich konnte nur hoffen, dass man die Stirnlampe sehen und davon ausgehen würde, dass da ein Mensch wäre. Hasen tragen ja in der Regel keine Stirnlampen. Und Rehe tun das auch nur, wenn sie einen hilflosen Jogger im Wald verspeist haben.

Naja irgendwie war ich dann in Rekordgeschwindigkeit aus dem Wald draussen, und mir fiel auf, dass mein Knie verdammt wehtat. Die Kälte und die hohe Geschwindigkeit taten meinem alten Sorgenkind so gar nicht gut. Ich biss die Zähne zusammen und lief weiter. Fuck you, Knie! Du hast mich 1200 Euro beim Orthopäden gekostet, funktionier jetzt gefälligst!


Nach ziemlich genau 45 min stand ich wieder vor der Haustür, ein wenig erschöpft, aber glücklich.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Zurück in der Heimat

Nach dem Mittwoch musste ich mich erstmal vom Urlaub erholen. Nunja eigentlich weniger vom Urlaub und mehr von der bösen Erkältung, die ich mir dort eingefangen hatte. Aber immerhin war es gestern schon wieder so weit ok, dass es für eine lockere Runde im Wald laufen gereicht hat. Die üblichen 6km waren wegen Kälte, Wind und Regen (natürlich nachdem ich ca. die Hälfte der Strecke hinter mir hatte) aber so gar nicht lustig und mir tat so ziemlich jeder Knochen weh. Ausserdem hegte ich ein wenig die Befürchtung, dass das gute Wetter der Verbesserung meines Gesundheitszustandes nicht wirklich zuträglich ist.

Sonntag ging es dann zusammen mit Clara und Thorsten eine Runde radeln. Ich war relativ gespannt ob ich irgendwelche Fortschritte bemerken würde. Blöderweise sind mir beide was die Radelausdauer angeht dann doch ein relativ großes Stück voraus (und das obwohl Clara sich grade erst von einer Verletzung erholt hat) und so hechelte ich mehr oder weniger hinterher. Dazu kommt, dass das Wetter hier doch nochmal ganz anders ist als auf Malle. Ich war zwar gut eingemümmelt, mit langer Radhose (Milde Spende / Leihgabe von Thorsten), Funktionsunterhemd, langarmigem Trickot, Jacke, Halstuch, Kopftuch und Handschuhen, aber irgendwie finde ich kalte Luft beim trainieren immer furchtbar unangenehm. Da ist mir das geschwitze auf Malle tausendmal lieber.

Der Rest der Woche war dann eher entspannt. Zweimal laufen, wobei ich beide Male gemerkt habe, dass ich nicht in Topform war. Immerhin besitze ich jetzt zwei neue Spielzeuge: Die Beurer PM 80 Pulsuhr inkl Laufsensor und ein neues iPhone 3GS, dass ich sogleich mit RunKeeper ausgestattet habe.

Nachdem ich so ziemlich jedes Trainingsplanungstool im Netz getestet habe werde ich wohl dabei bleiben, mein Training mit Google Spreadsheets zu planen, und die Dokumentation über die tatsächlich absolvierten Einheiten mit RunKeeper vorzunehmen. Das erscheint mir wesentlich praktischer, als alles manuell einzugeben. Blöderweise fehlen mir dort Eingabefelder für Durchschnitts- und Maximalpuls. Naja, man kann ja nicht alles haben.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Mallorca 2009 - Tag 6

Tja was soll ich sagen. Ich habe ein wenig besser geschlafen, als die letzten Tage, aber der Zustand lässt sich immer noch nicht annähernd als "gut" bezeichnen. Dazu kam, dass der Wind seit gestern noch angezogen hatte und um das Haus jaulte.

Irgendwie habe ich mich dann doch aus dem Bett und zum Frühstück gequält, wo die frischen Croissants meine Laune wenigstens ein bisschen hoben. Trotzdem war mir so gar nicht nach radeln heute. Dennoch rappelte ich mich nach dem Frühstück auf, um wenigstens die kleine Runde, die eigentlich für gestern vorgesehen war zu fahren. Mehr hätte meine angeschlagene Gesundheit vermutlich auch nicht zugelassen. Und der Wind tat sein übriges um es mir möglichst schwer zu machen.

Heute ging's mal zu anderen Richtung aus Can Picafort raus, Richtung Artà. Nach einer Weile ging's rechts ab Richtung Petra. Die Strecke war eigentlich sehr nett. Ein kleines Nebensträßchen mit Hügeln und hübschen Abfahrten. Kurz vor Petra war wohl ein besonders hoher Punkt, von dem aus man einen fantastischen Ausblick hatte.

Ich muss sagen, dass mir die Hügel schon nicht mehr ganz so schwer fielen wie am Anfang. Im Schnitt radelte ich mittlerweile auch mit 15 - 20 km/h hoch, statt wie zuvor mit 7 - 10 km/h. Die Abfahrten machten auch mehr Spass, vor allem weil ich mich mittlerweile in den Kurven etwas sicherer fühlte.

Petra lag irgendwie so unspektakulär am Wegesrand, dass ich einfach schnell vorbei rauschte. Auch auf Mallorca war es wohl mittlerweile Herbst geworden, auch wenn die Insel dass vermutlich noch nicht so ganz wahr haben wollte. Abgeerntete Felder und Herbstblumen säumten die Strasse. Kurz vor Sineu, das als nächstes auf der Strecke lag, gab es eine Tankstelle, wo ich etwas Energie in Form von Schokolade auftankte. Mein Hintern tat mittlerweile schon wieder so sehr weh, dass ich bei jedem Mal treten das Gefühl hatte, der Knochen habe sich schon durch Haut und Hose hindurch gegraben und riebe nun auf dem Sattel. Deshalb wurde auch Sineu, wo ich ja am ersten Tag schon gewesen war, nur gestreift und es ging weiter nach Muro.

Die kleine Nebenstrasse zwischen den beiden Städten triezte mich allerdings mit diversen, nicht enden wollenden Hügeln noch ganz anständig, sodass ich in Muro erstmal eine Pause einlegen musste. Die lies sich auch wunderbar nutzen um in der nahen Apotheke erstmal jede Menge Halstabletten einzukaufen, und die dann auf der Weiterfahrt fröhlich zu lutschen.



Das letzte Stück kannte ich eigentlich schon, nur nahm ich mir dieses mal die Zeit, den traumhaften Ausblick, wenn man die Stadt in nördlicher Richtung verlässt, auch noch zu fotografieren.



Das letzte Stück ging dann recht flott, und als ich beim Fahrradhändler stand um mein Rad wieder abzugeben, musste ich feststellen, dass ich 3 Std. für die knapp 60km gebraucht hatte, und Mitten in der Siesta des Ladens dort angekommen war.

Also nochmal zurück ins Hotel, duschen und noch 1 - 2 Std. in der Sonne schlafen, um dann kurz vor 6 das Rad zurück zu bringen. Die Gelegenheit bot sich an um noch ein paar Fotos von der Strandpromenade und dem Meer zu machen, dass durch den starken Wind aufgeregt wütend gegen die Felsen am Strand klatschte, und dabei Meterhohe Sprühfontänen entstehen lies, gefolgt von Gischtwolken, die die Frauen entsetzt aufschreien und die Kinder vor Freude johlen ließen.

Die Fahrradübergabe lief unspektakulär, ich machte den Menschen noch auf das Klackern aufmerksam und bekam eine der Flaschen geschenkt. Jetzt ist es kurz vor 6 im Hotel und ich warte hungrig auf das Abendessen. Danach wird heute wohl nicht mehr viel passieren, da ich zugunsten meiner empfindlichen Mandeln auf schwimmen und laufen heute verzichten werde. Bei dem Wind wäre das ohnehin mein Tot...