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Samstag, 2. Januar 2010

Bilanz 2009

Zum Jahreswechsel auch von mir ein kleiner Rückblick:



  • Begonnen habe ich mein Training am 17.08.2009 mit 5km Nordic Walking in 60 Minuten.

  • Gelaufen bin ich 229,58 km in 32:20 Std.

  • Geradelt 754.96 km in 33:08 Std.

  • Geschwommen 33 km in 23:15

  • Insgesamt habe ich 94:24 Std. bzw 1028.52 km in 136 Tagen ( 19 Wochen ) Trainiert.



Mal sehen was das neue Jahr so bringt. Ich freue mich drauf.

Dienstag, 10. November 2009

Triathlon Websites

Das Web ist groß und was man dort so findet ist zum Teil erstaunlich. Die Liste erhebt übrigens keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wer weitere Tipps hat, kann diese gerne in den Kommentaren zum Besten geben.

Ich werde die Liste von Zeit zu Zeit erweitern, es lohnt sich also, öfter mal Reinzuschauen.



Klassiker (deutsch)


http://www.triathlon.de/

Hübsch aufgemachte Seite mit klassischen Szene-News, Trainings- und Wettkampf Tipps und einer einer kleinen Community mit Forum.



http://www.tri-mag.de/

Tri-mag.de Ist die Website zum Triathlon Magazin. Das merkt man auch: Artikel sind vielseitig und gut recherchiert. Besonders Positiv fällt auf, dass ältere Jahrgänge des Magazins in einem eBook-Reader eingesehen werden können - kostenlos. Wem es also nichts ausmacht, dass die Artikel etwas älter sind, der findet hier z.B. kostenlose Trainingspläne. Neben einem Forum gibt es auch einen kleinen Shop, in dem man u.A. sämtliche Zeitschriften und Abos erwärben kann.


http://www.triathlon-tipps.de/

Wer Trainingspläne oder Tipps zu Technik, Wettkampf und Training sucht, der ist hier richtig und gut aufgehoben. Kostenlos gibt es hier einen 12wöchtigen Volksdistanz- und einen 24wöchigen OD-Trainingsplan. Runterzuladen als PDF, die jeweils das Wochenpensum enthält. Die Pläne selbst sind sehr ausfühlich erklärt, für Anfänger sind sie meiner Meinung aber zu detailliert bzw zu techniklastig. Die Schwimmpläne setzen voraus, dass man sämtliche Lagen beherrscht.


http://www.tri2b.com/

Auch wenn die Adresse nicht so anmuten mag, handelt es sich bei tri2b um eine deutsche Triathlonseite mit Infos, Trainingslagern und vielem mehr. Die Berichte sind sehr gut Recherchiert, es gibt Schwerpunktthemen zu bestimmten Veranstaltungen oder Athleten und insgesammt kann man einige Stunden dort mit lesen verbringen.


http://www.dtu-info.de/

Mehr so der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch die Website der Deutschen Triathlon Union erwähnt, weil um die kein Athlet der mehr als Volksdistanz will herumkommt.


Trainingspläne & Co.



http://www.just4sport.de/

Just4Sport bietet Trainingspläne für Laufen, Radfahren und Triathlon an. Kostenlos und - das ist das Besondere - customized. Der ambitionierte Ausdauersportler besimmt zunächst sein Fitnesslevel, dann die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, evtl noch einen Schwerpunkt (im Triathlon-Modus) und daraus errechnet die Seite einen persönlichen Trainingsplan. Neben verschiedenen Distanzen kann z.B. auch zwischen Wettkampf- und Wintertraining bei den Radplänen gewechselt werden. Und auch die Schwimmpläne können sich sehen lassen: Pro Plan gibt es zwei Versionen. Eine für Bleienten und eine für Kraulschwimmer, die es beide in sich haben.



Swim



http://www.svl.ch/
Swimmnews.ch oder svl.ch ist eine Schweizer Seite, die sehr ausfühlich Schwimmtechnik und Trainingslehre erläutert. Da der Webdesigner entweder betrunken oder (wahrscheinlicher) eben kein solcher war, ist die Seite leider recht unübersichtlich geworden. Hier geht es per Direktlink zu den Tipps. Die Seite ist zweisprachig gehalten, links Deutsch, rechts Englisch. Und da die Schweizer etwas eigen sind, muss man sich auch kurz daran gewöhnen, dass sie den Englischen Begriff "Crawl" statt Kraul verwenden.



Bike



http://www.rennrad-news.de/

Rennrad-News ist hauptsächlich eine Communitiy mit Schwerpunktthema - wer hät's gedacht - Rennradeln. Neben dem großen Forum bietet die Seite allerdings auch den Winterpokal an, eine kleine Motivationsstütze um gut Trainiert über den Winter zu kommen. Trainingseinheiten werden eingetragen und nach einem (recht eigenwilligen) Punktesystem bewertet. Es gibt Einzel- und Teamrankings und hübsche Grafiken visualisieren dem Sportler übersichtlich, wie fleissig er war.



Run


http://runnersworld.de/

Runnersworld ist nach eigener Aussage das größte Laufmagazin der Welt. Ich lese es gerne, da ich den Schreibstil sehr mag und die Artikel meist gut und ausfühlich recherchiert sind. Die Webseite bietet allerdings weit mehr, als ein paar unterhaltsame Artikel. Neben einer Riesigen Community mit Forum und Laufpartner-Suchfunktion gibt es Trainingspläne für (fast) alle Distanzen mit verschiedenen Zielzeiten, eine spezielle Frauenabteilung, Rechner für Wettkampfzeiten, Übergewicht und Herzfrequenzen, einen Schuhfinder und eine Trainingstagebuchfunktion. Dazu kommt ein Terminkalender und umfangreiche Informationen zu Ernährung und Gesundheit.

http://www.lauftipps.ch/

Und wieder eine Schweizer Seite. Hier gibt es umfangreiche Tipps zu Lauftechnik, -Sport und Ernährung, Veranstaltungskalender und Berichte über Vergangenes. Alles mit Schwerpunkt auf der Schweiz, aber die Funktion, sich individuelle Trainingspläne fürs Laufen erstellen zu lassen, reizt dann doch.


http://www.jogmap.de/

Ich muss zugeben, dass diese Seite schwierig einzuordnen ist. Jogmap ist eine Community mit Laufschwerpunkt. Gelaufene Strecken können entweder händisch oder per GPS-Device aufgezeichnet werden und einzelne Trainingseinheiten protokolliert werden. Man kann auch andere Sportarten als Laufen dabei angeben, jedoch fehlen spezifischere Informationen wie z.B. Watt fürs Radeln oder der Stil fürs Schwimmen. Sehr nett ist die "Schweinehund"-Funktion der Seite: Je nach Präferenz wählt man einen von drei Schweinehunden mit unterschiedlicher Intensität ("nett und freundlich", "sachlich und bestimmt" oder "knallhart"), die einen dann nach einer selbst definierten Zeit des nichtlaufens mehr oder weniger freundlich daran erinnern, doch mal bitte wieder den Hintern zu bewegen.


Trainingsplanung, Trainingslehre, Technik


http://trainingstagebuch.org

Das leidliche Problem: Wo das Training planen, wo aufzeichnen? Das Trainingstagebuch schafft abhilfe bei diesem Problem. Neben Kalender und Statistiken bietet die Seite den Import von Daten in allen gängigen Formaten, Verknüpfung von Karten auf gpsies.com und das Festlegen von Materialien, Trainingszonen und Partnern / Mentoren. Wer gerne teilt, kann seine Einheiten auf Twitter oder im Facebook publizieren und auch ansonsten lässt das Tool kaum einen Wunsch offen. Allerdings dauert es eine Weile, bis man sich an die recht eigenwillig Optik und Benutzerführung gewöhnt hat.


http://www.sportunterricht.de

Diese Webseite kenne ich noch aus meiner Schulzeit. Im Sport Leistungskurs hat unser Lehrer damals mehrfach darauf verwiesen. Interessant ist die Seite für alle, die sich erstmals mit der Materie Trainings- und Bewegungslehre oder den anderen Aspekten der Sportwissenschaft beschäftigen möchten. Zusätzlich bietet die Seite hilfreiche Animationen und Erklärungen zur Technik in verschiedenen Sportarten.




International

In dieser Sektion ist alles mögliche mehr oder weniger zusammengestopft, was ich aus dem Ausland finden konnte.


http://www.tri247.com

Tri247 ist eine britische Triathlonplattform, die mir vor allem durch ihr schlankes Design und die gut sortierten und vielseitigen Artikel ins Auge gesprungen ist. Wer sich dafür interessiert, was die Briten auf ihrer Insel so treiben, und nebenbei ein paar News über den Rest der Welt bekommen möchte, der ist dort durchaus gut aufgehoben.

Samstag, 7. November 2009

Deutsches Wetter

Es hätte ja so schön sein können. Die ganze Woche hatte ich mich (fast) genau an den Trainingsplan gehalten, und für heute war eine morgendliche Runde im Schwimmbad (das Freitagstraining nachholen, das wegen Terminproblemen verschoben werden musste) geplant und danach noch eine gemütliche Radtour zum Rhein.

Aber natürlich steckt der Teufel im Detail, und der nette Sonnenschein, der vor dem Fenster die Blätter der Bäume hübsch bunt glänzen ließ als ich aufwachte, war irgendwie plötzlich weg, als ich mich auf mein Fahrrad schwang um in den Nachbarort zu Schwimmbad und Trainingspartnerin (Clara) zu radeln.

Gut, das war erstmal nicht weiter dramatisch. Zwar bedeckt, aber dafür noch recht angenehm, bei wenig Wind und ca. 9 Grad. Ausserdem war es ja auch nur ein kleines Stückchen (lockere 7,5 km, flach wie Holland).

Ich kam also recht munter bei Clara an (nur mein rechtes Knie hatte während der Fahrt ein wenig gezwackt, aber das war mir jetzt egal), wurde mit Kohlehydraten zum Frühstück versorgt, wechselte das Beinkleid und die Stiefel und dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg ins städtische Hallenbad.

Der Parkplatz war besorgniserregend voll, aber zum Glück waren es hauptsächlich Schwimmer, die den Morgen nutzten um ihre Bahnen zu drehen. Treibgut (aka Sehkühe aka Aquajogger) gab es nur wenig und es beschränkte sich auf die äußerste Bahn. Auf den abgetrennten Bahnen trainierte ein Schwimmverein (wie immer eigentlich) und die Mitte war eine bunte Mischung, allerdings alle recht flott unterwegs. Zu meinem Leidwesen haben allerdings einige dort noch nie was vom Rechtsfahrschwimmgebot gehört und so glich die Bahn eher einem Zickzack-Slalom als einem geordneten Schwimmen.

Es war das zweite Mal, dass wir nach Plan trainierten. Ich hatte das Netz seit Tagen nach hilfreichen Schwimm-Trainingsplänen abgesucht und dann die Besten für Clara und mich kombiniert. Ich wollte meine alte Form zurück (beim Schwimmen am Dienstag hatte ich entsetzt festgestellt, dass meine Zeit für 50m Kraul der von '98 entsprach) und Clara wollte Kraulen lernen. Also einmal Technik und einmal Grundlagenausdauer bitte. Mit Ketchup.

Der Plan ging wohl ganz gut auf, und ich freute mich, bei Clara seit dem Dienstag schon deutliche Fortschritte zu sehen: Es platschte und prustete deutlich weniger, und sie schaffte sogar schon 3-4 Atemzüge bevor sie ertrank anhalten und luftholen musste. Das gab mir ein bisschen Hoffnung als Lehrer nicht ganz untauglich zu sein.

Ich selbst hatte mir zwischendurch eine längere Einheit Kraulen eingeplant, bei der ich befriedigt feststellte, dass die 500m im Moment in 11 Minuten relativ locker gingen, und etwas unter 10 bis zum Sommer überhaupt kein Thema sein sollten. Eigentlich lohnt es sich gar nicht für so eine kurze Strecke ins Wasser zu gehen.

Nach 2000m für mich und 1500m für Clara waren wir erschöpft und traten den Rückzug an. Mittlerweile regnete es draussen. Igitt.
Nach einem kurzem Zwischenstopp im REWE und einem Mittagessen hatte sich das Wetter immer noch nicht gebessert. Unsere längere Radtour für heute hatten wir schon länger abgeblasen. Es stand noch im Raum, ob Clara mich nach Hause begleiten und dann eine kleinere Runde zurückfahren wollte, aber angesichts der Tatsache, dass sich immer mehr Wolken dort über uns tummelten und auch der Regenradar im Web keine großartige Aussicht auf Besserung vorsah, verschoben wir das Ganze lieber auf unbestimmte Zeit.

Da ich an dem Tag aber noch Termine hatte, die nicht warten konnten, musste ich den netten Plausch auf dem Sofa bei Honigpomelo und Samstags-Nachmittags-Fernsehprogramm leider abbrechen, und nach draussen in das, was den Namen "Wetter" eigentlich schon nicht mehr verdient.

Das war eine richtig beschissene Idee. Nach 100 m war mir klar, dass ich pitschnass werden würde. Es regnete grade nicht wirklich stark aber auf der Straße stand noch das Wasser und die wenigen Regentropfen peitschten mir ins Gesicht. Zumindest dann, wenn grade kein vorbeifahrendes Auto sintflutartige Ergüsse von Pfützenwasser über mich ergossen. Ich musste das Ganze kurz mit diesen netten Erlebnisduschen in der Therme assoziieren, in denen auch plötzlich Wasser seitlich aus der Wand kommt. Nur, dass es dort warm ist. Und ich nicht auf dem Fahrrad sitze. Und das Wasser vorher nicht auf der Straße lag.

Nach 200m stellte ich fest, dass mein Sitzpolster durchnässt war, und ein kontinuierlicher Sprühregen aus Feuchtigkeit und Dreck sich vom Hinterrad aus den Weg auf, unter und durch meinen Sattel suchte.

Nach 2km entdeckte ich, dass in meinem rechten Schuh geschätzte 5l Wasser stecken mussten. Das merkte man daran, dass der Wind nicht mehr kalt durch die Belüftungslöcher in den Schuh blies. Das heißt, vermutlich tat er das noch immer, aber ich spürte auf Grund des vielen Wassers nichts davon.

Nach 3km entdeckte ich, dass meine Radhosen (eigentlich nicht meine, sondern geliehen) hübsch mit Sand / Dreck / Ichwillsnichtwissen gesprenkelt waren.

Nach 4km dachte ich, es wäre eigntlich doof sich abzuhetzen, bei dem Scheisswetter könnte ich auch langsam fahren, wo ich doch schonmal nass wäre. Nach 4,2km fiel mir auf, dass das wohl doch so keine gute Idee war, da der Fahrtwind meine Nassenhosenbeinemuskeln sofort auf -3°C kühlte.

Nach 5km hatte ich sowas von keine Lust mehr, dass ich am liebsten mein Rad vor den grade an mir vorbeirauschenden Bus geworfen hätte und eingestiegen wäre.

Den Rest der Strecke verbrachte ich damit, mich darüber zu Ärgern, dass zwar jemand die Fahrbahn aber nicht den Radweg vom Laub befreit hatte, dass kurz vor meinem Ziel nochmal so eine doofe Brücke im Weg war, dass die Autofahrer alle glotzten wie die Hühner wenns donnert, aber keiner Anhielt um mich mitzunehmen und allgemein verfluchte ich so ziemlich alles und jeden der mir grade so einfiel.

Zuhause angekommen hinterließ ich eine hübsche Dreckspur einmal quer durchs Treppenhaus und verwüstete meine Diele. Die Katzen rannten erstmal hilfeschreiend davon als das nasse, schnaufende Etwas die Tür reinkam. 2-3 Kleierschichten weniger kamen sie dann aber miauend wieder, der Hunger und die Neugier siegen dann doch immer.

Ich duschte erst mich, dann meine Klamotten. Nachdem das Fahrrad wieder getrocknet war (das habe ich nicht auch noch geduscht, obwohl es bestimmt nicht geschadet hätte), wurde es mit einer groben Bürste vom Schlimmsten befreit. Unter anderem von einer Zentimeter hohen Schlammschicht, die sich hinten auf meinem Sattel und auf meiner Werkzeugtasche auftürmten.

Ich weiß schon warum ich Radfahren hasse. Morgen gehe ich wieder laufen.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Zurück in der Heimat

Nach dem Mittwoch musste ich mich erstmal vom Urlaub erholen. Nunja eigentlich weniger vom Urlaub und mehr von der bösen Erkältung, die ich mir dort eingefangen hatte. Aber immerhin war es gestern schon wieder so weit ok, dass es für eine lockere Runde im Wald laufen gereicht hat. Die üblichen 6km waren wegen Kälte, Wind und Regen (natürlich nachdem ich ca. die Hälfte der Strecke hinter mir hatte) aber so gar nicht lustig und mir tat so ziemlich jeder Knochen weh. Ausserdem hegte ich ein wenig die Befürchtung, dass das gute Wetter der Verbesserung meines Gesundheitszustandes nicht wirklich zuträglich ist.

Sonntag ging es dann zusammen mit Clara und Thorsten eine Runde radeln. Ich war relativ gespannt ob ich irgendwelche Fortschritte bemerken würde. Blöderweise sind mir beide was die Radelausdauer angeht dann doch ein relativ großes Stück voraus (und das obwohl Clara sich grade erst von einer Verletzung erholt hat) und so hechelte ich mehr oder weniger hinterher. Dazu kommt, dass das Wetter hier doch nochmal ganz anders ist als auf Malle. Ich war zwar gut eingemümmelt, mit langer Radhose (Milde Spende / Leihgabe von Thorsten), Funktionsunterhemd, langarmigem Trickot, Jacke, Halstuch, Kopftuch und Handschuhen, aber irgendwie finde ich kalte Luft beim trainieren immer furchtbar unangenehm. Da ist mir das geschwitze auf Malle tausendmal lieber.

Der Rest der Woche war dann eher entspannt. Zweimal laufen, wobei ich beide Male gemerkt habe, dass ich nicht in Topform war. Immerhin besitze ich jetzt zwei neue Spielzeuge: Die Beurer PM 80 Pulsuhr inkl Laufsensor und ein neues iPhone 3GS, dass ich sogleich mit RunKeeper ausgestattet habe.

Nachdem ich so ziemlich jedes Trainingsplanungstool im Netz getestet habe werde ich wohl dabei bleiben, mein Training mit Google Spreadsheets zu planen, und die Dokumentation über die tatsächlich absolvierten Einheiten mit RunKeeper vorzunehmen. Das erscheint mir wesentlich praktischer, als alles manuell einzugeben. Blöderweise fehlen mir dort Eingabefelder für Durchschnitts- und Maximalpuls. Naja, man kann ja nicht alles haben.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Mallorca 2009 - Tag 6

Tja was soll ich sagen. Ich habe ein wenig besser geschlafen, als die letzten Tage, aber der Zustand lässt sich immer noch nicht annähernd als "gut" bezeichnen. Dazu kam, dass der Wind seit gestern noch angezogen hatte und um das Haus jaulte.

Irgendwie habe ich mich dann doch aus dem Bett und zum Frühstück gequält, wo die frischen Croissants meine Laune wenigstens ein bisschen hoben. Trotzdem war mir so gar nicht nach radeln heute. Dennoch rappelte ich mich nach dem Frühstück auf, um wenigstens die kleine Runde, die eigentlich für gestern vorgesehen war zu fahren. Mehr hätte meine angeschlagene Gesundheit vermutlich auch nicht zugelassen. Und der Wind tat sein übriges um es mir möglichst schwer zu machen.

Heute ging's mal zu anderen Richtung aus Can Picafort raus, Richtung Artà. Nach einer Weile ging's rechts ab Richtung Petra. Die Strecke war eigentlich sehr nett. Ein kleines Nebensträßchen mit Hügeln und hübschen Abfahrten. Kurz vor Petra war wohl ein besonders hoher Punkt, von dem aus man einen fantastischen Ausblick hatte.

Ich muss sagen, dass mir die Hügel schon nicht mehr ganz so schwer fielen wie am Anfang. Im Schnitt radelte ich mittlerweile auch mit 15 - 20 km/h hoch, statt wie zuvor mit 7 - 10 km/h. Die Abfahrten machten auch mehr Spass, vor allem weil ich mich mittlerweile in den Kurven etwas sicherer fühlte.

Petra lag irgendwie so unspektakulär am Wegesrand, dass ich einfach schnell vorbei rauschte. Auch auf Mallorca war es wohl mittlerweile Herbst geworden, auch wenn die Insel dass vermutlich noch nicht so ganz wahr haben wollte. Abgeerntete Felder und Herbstblumen säumten die Strasse. Kurz vor Sineu, das als nächstes auf der Strecke lag, gab es eine Tankstelle, wo ich etwas Energie in Form von Schokolade auftankte. Mein Hintern tat mittlerweile schon wieder so sehr weh, dass ich bei jedem Mal treten das Gefühl hatte, der Knochen habe sich schon durch Haut und Hose hindurch gegraben und riebe nun auf dem Sattel. Deshalb wurde auch Sineu, wo ich ja am ersten Tag schon gewesen war, nur gestreift und es ging weiter nach Muro.

Die kleine Nebenstrasse zwischen den beiden Städten triezte mich allerdings mit diversen, nicht enden wollenden Hügeln noch ganz anständig, sodass ich in Muro erstmal eine Pause einlegen musste. Die lies sich auch wunderbar nutzen um in der nahen Apotheke erstmal jede Menge Halstabletten einzukaufen, und die dann auf der Weiterfahrt fröhlich zu lutschen.



Das letzte Stück kannte ich eigentlich schon, nur nahm ich mir dieses mal die Zeit, den traumhaften Ausblick, wenn man die Stadt in nördlicher Richtung verlässt, auch noch zu fotografieren.



Das letzte Stück ging dann recht flott, und als ich beim Fahrradhändler stand um mein Rad wieder abzugeben, musste ich feststellen, dass ich 3 Std. für die knapp 60km gebraucht hatte, und Mitten in der Siesta des Ladens dort angekommen war.

Also nochmal zurück ins Hotel, duschen und noch 1 - 2 Std. in der Sonne schlafen, um dann kurz vor 6 das Rad zurück zu bringen. Die Gelegenheit bot sich an um noch ein paar Fotos von der Strandpromenade und dem Meer zu machen, dass durch den starken Wind aufgeregt wütend gegen die Felsen am Strand klatschte, und dabei Meterhohe Sprühfontänen entstehen lies, gefolgt von Gischtwolken, die die Frauen entsetzt aufschreien und die Kinder vor Freude johlen ließen.

Die Fahrradübergabe lief unspektakulär, ich machte den Menschen noch auf das Klackern aufmerksam und bekam eine der Flaschen geschenkt. Jetzt ist es kurz vor 6 im Hotel und ich warte hungrig auf das Abendessen. Danach wird heute wohl nicht mehr viel passieren, da ich zugunsten meiner empfindlichen Mandeln auf schwimmen und laufen heute verzichten werde. Bei dem Wind wäre das ohnehin mein Tot...


Sonntag, 11. Oktober 2009

Mallorca 2009 - Tag 4

Heute wollte ich Morgens so gar nicht in Fahrt kommen. Nachdem ich um halb 9 zum Frühstück gewankt war, brauchte ich danach erstmal ein Verdauungspäuschen Ausserdem waren sowohl mein Wasser- als auch mein Bargeldvorrat aufgebraucht, und - wagemutig wie ich bin - nahm ich auf meiner Shoppingtour auch gleich noch Sonnencreme mit etwas niedrigerem Lichtschutzfaktor mit.

Nach dem Einkaufsbummel gingen mir die Ausreden aus, und so machte ich mich ans Umziehen und Vorräte auffüllen. Um dann gegen halb 11 aufzubrechen. Am Empfang hatte ich noch aufgeschnappt, dass in Alcúdia Markt wäre und allgemein wohl wegen des verlängerten Wochenendes in Spanien ein bisschen Ausnahmezustand.

Das war mir dann auch weiter egal. Die ersten beiden Kilometer taten furchtbar weh (besonders mein Hintern), danach hatten meine Beine aber wohl eingesehen, dass es jetzt langsam doch an der Zeit wäre, Radfahrspezifische Muskeln aufzubauen, und so konnte ich die restlichen 12-13 km bis Alcudia recht locker einrollen (hach wie dekadent! Jetzt kann ich schon von 15km Einrollen sprechen)

In Alcudia war tatsächlich Markt, und angesichts der Tatsache, dass er sich entlang der Stadtmauer und durch die kleinen Gässchen schlängelte, habe ich dann doch dort halt gemacht.

Etwa eine halbe Stunde später ging es dann weiter Richtung Pollença. Im Hintergrund die ganze Zeit das fantastische Panorama der Tramuntana-Berge (die Luft war heute noch klarer als vor zwei Tagen), links und rechts Pferde- oder Schafweiden.

In Pollença machte ich kurz halt um nach dem Weg zu fragen und um noch eine Nektarinenpause einzulegen. Ich liebe Nektarinen. Und hier sind sie doppelt so groß und hundert mal so lecker wie in Deutschland.

Dann ging's weiter Richtung Campanet. Wie erwartet waren hier die Ausläufer der Berge, an deren Fuß die Route entlangführe, zu spüren, aber die Anstiege waren relativ sanft und die Abfahrten auf der breiten Strasse toll.
Dieser Abschnitt führt durch ein bewaldetes Stück und macht richtig Spass. Auf halbem Weg nach unten kam ich an einer netten kleinen Kirche vorbei. So nett, dass ich glatt verpasste rechts abzubiegen, und mich plötzlich auf einer Autobahnauffahrt wiederfand, die ich auch fast runtergefahren wäre, wäre meine Kette nicht genau in diesem Moment runtergesprungen.

Blöderweise war ich ein ziemlich langes Stück in die falsche Richtung gefahren, und die Autobahn war definitiv keine Option. Also musste ich einen Umweg über Sa Pobla machen (das beim zweiten mal noch hässlicher, noch langweiliger und noch verschlafener war als beim ersten Mal. Sogar die Strassen waren beschissen hier. Lediglich die Armadas von Libellen, die mir beim letzten Mal nicht aufgefallen waren, waren ganz nett anzusehen. Allerdings Tat es ganz schön weh wenn einem der Wind die Viecher gegen die Arme geweht hat.

Glücklicherweise hab ich dann auch die richtige Strasse (auch wenn Strasse eigentlich nicht wirklich den Zustand dieses Weges wiedergibt) gefunden, und bin relativ direkt bei den Coves de Campanet gelandet. Die erst 1945 entdeckten Tropfsteinhöhlen erstrecken sich über ein Fläche von 3200 m² und teilen sich in drei Abschnitte (Sala de la Palma, Sala Romantica und Sala del Llac) auf. Darin herumzulaufen gibt einem schon ein recht mulmiges Gefühl von Unwichtigkeit (so ein Stalaktit wächst im Schnitt 2-3cm in 100 Jahren). Leider durfte man keine Fotos machen, und weil ich zu geizig war einen der Bildbände zu kaufen werdet ihr selbst hinfahren müssen ums euch anzusehen.



Nach dieser längeren Pause (ich hatte vorher noch im Restaurant etwas gegessen, während ich auf die nächste Führung wartete), ging's weiter Richtung Heimat.
Besonders die ersten 10km waren wieder die Hölle. Meine Beine hatten diesmal keine schöne flache Strecke zum einrollen, sondern eine hügelige Nebenstrasse im denkbar schlechtesten Zustand (Kurz bevor der Beton wieder in den Zustand "Schotter" übergeht). Wir lernen daraus: Auf Mallorca mit dem Rennrad niemals "Fahrradstrassen" folgen.

Campagnet habe ich nur am Rand (der natürlich wieder aus einem Hügel bestand *gnah* ) gestreift, dann ging's weiter über das echt hübsche Dörfchen Moscari nach Selva. Auch von Selva habe ich nicht viel mitbekommen, aber immerhin hatten die Schmerzen in den Beinen mittlerweile wieder so weit nachgelassen, dass mein Hintern sich zu Wort melden konnte - und er war gar nicht damit einverstanden, dass ich heute schon mehr als 3 Std. im Sattel gesessen war.

Zum Glück war Inca da schon in Sichtweite. Dass es die drittgrößte Stadt Mallorcas ist, merkt man vor allem am Zustand der Strassen: Nagelneu und immer mit Seitenstreifen für eifrige Radler. Wer mal so richtig ballern will, dem sei die Strecke Inca - Muro - Can Picafort ans Herz gelegt, denn mein Drahtesel roch den Stall, und selbst meine müden Beine liefen nochmal zu 49km/h Höchstleistungen auf der flachen Strecke auf.

Insgesamt war es eine wirklich schöne Tour, die ich gerne nochmal fahren würde. Mit 82km war es auch meine bisher Längste, und entsprechend tot war ich, als ich pünktlich zum Abendessen ins Hotel stolperte.

Heute Abend ist nur noch "Beine hoch" und "früh schlafen" angesagt. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich die Tour morgen überleben soll...

Samstag, 10. Oktober 2009

Fahrradkauf

Wie immer, wenn man etwas Neues für sich entdeckt hat, trifft die anfängliche Euphorie doch recht bald auf die ernüchternde Realität. In meinem Fall waren es die finanziellen Mittel, die mich zurück auf den Boden holten.

Auch wenn laufen, schwimmen und radfahren für sich genommen alles recht simple und kostengünstige Sportarten sind, so kommt bei der Kombination doch so einiges zusammen.

Den größten Batzen stellte für mich zunächst das Rad + passende Ausrüstung dar. Voll guter Dinge verkündete ich am Anfang vergnügt, ich würde mir einfach auf dem Flohmarkt ein Uralt-Rennrad für 20€ zulegen. Das würde schon passen.

Nunja. Leider ist es nicht ganz so einfach. Das Rennrad vom Flohmarkt kann vermutlich genauso viel wie das alte Herrenrad meines Vaters, dass ich im Moment im Alltag nutze: nicht viel. Vor allem sicherheitstechnisch kamen mir da schnell Bedenken und sportlich ist der Unterschied nicht signifikant besser.

Also plante ich um. Das Budget wurde von 20 auf 200 Euro erweitert, ein gebrauchtes Rennrad von eBay oder vom Fahrradflohmarkt sollte es sein. Begierig studierte ich hunderte Auktionen und holte Thorstens Meinung zu jedem Angebot ein.

Ernüchtert gab ich auch diesen Plan nach 2-3 Wochen auf. Im geplanten Budget war nichts zu bekommen. Selbst, wenn ich den gleichen Betrag nochmal draufgelegt hätte gab es nichts. Zumindest nichts, das ich ohne Plateauschuhe hätte fahren können. Denn noch etwas, das mir vorher nicht bewusst war: Radeln ist ein Männersport. Die Zahl der radelnden Damen tendiert (zumindest gefühlt) gegen 0. Daher gibt es nur sehr wenige kleine Räder, und noch weniger davon gebraucht.

Also alles aussichtslos?
Hilfsbereite Freunde und Teamkollegen boten mir an, ihr Räder zu leihen, damit ich mal ausprobieren könne, wie das so wäre. Allerdings erschien mir das auch keine dauerhaft funktionierende Lösung zu sein, und so beschloss ich, den für dieses Jahr geplanten neuen Laptop in den Wind zu schießen und mir statt dessen ein neues Rad zu kaufen.

Clara und Thorsten schleppten mich daraufhin zu Holger, dem Team-Papa und Fahrradladenbesitzer. Der nahm mich auch gleich sehr herzlich unter seine Fittiche und zeigte mir drei Räder in meiner Preisklasse: Zwei Focus Variado Varianten von 2008 und ein Trek 1.2

Darüber musste ich erst mal schlafen. Das Trek war das günstigste Rad, allerdings auch nur mittelmäßig ausgestattet. Die beiden von Focus waren da deutlich besser, wobei das eine mein Budget schon wieder sprengte. Es blieb also nur eines übrig das Preis/Leistungstechnisch sinnvoll war.

Beim nächsten Besuch im Laden entschied ich mich dann nach einer erneuten Probefahrt für das Focus Variado. Dazu kamen Pedale, Schuhe, Handschuhe, Sonnenbrille, Werkzeug, Ersatzschlauch, Luftpumpe, Flaschenhalter + Flasche, Fahrradcomputer und ein Teamtrikot.

Fahrradhosen hatte ich bereits vorher besorgt, Helm, Werkzeugtasche und zweiten Flaschenhalter habe ich als milde Spende von Clara und Thorsten bekommen.

Alles in Allem habe ich für die Fahrrad Grundausstattung wohl ca. 1200-1300 € ausgegeben, etwa soviel, wie mich auch der neue Laptop gekostet hätte. Dafür ist es (hoffentlich) etwas, an dem ich auch noch in ein paar Jahren Freude haben werde, und um Garantie und Service brauche ich mir auch keine Sorgen zu machen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Mallorca 2009 - Tag 2

Tag Zwei auf Mallorca begann irgendwie naja. Ich hatte wieder nicht wirklich gut geschlafen und dieses Mal die schlechte Matratze als Schuldigen identifiziert. Das Wetter war aber - entgegen anderslautender Ankündigungen - echt schön. Nach dem Frühstück (ein Spiegelei, Pilze, ein Brötchen und Müsli mit Zitronenjoghurt und Mandarinen + Koffein) machte ich mich also ans radeln.

Bevor es losging hatte ich mich noch in einem der Touri-Läden über der Straße mit Obst und ein paar Vollkornkeksen eingedeckt. So ganz traute ich nämlich der Beschreibung "Einfache Tour" in meinem Heftchen nicht - zurecht, wie sich später herausstellen sollte.

Zu meinem Erstaunen war das Einzige was mir beim Start wehtat der linke Handballen und meine Sitzknochen. Letztere passten sich aber bald wieder in ihre zugedachte Rolle ein, nur die Hand machte auch noch für den Test der Fahrt Probleme. Aber erstmal ging alles ganz toll. Vom Hotel aus ging es über Ses Fotges nach Alcudia und dann weiter nach Port de Pollença, immer an der Küste entlang.
Es gab die ganze Zeit toll ausgebaute Radwege, erst in rot, dann in blau, sodass ich mir bald ein wenig wie Dorothee vorkam - immer den gelben Steinen nach.

Wer übrigens glaubt, Deutschland sei eine Kreiselhochburg, der irrt. Auf Mallorca gibt es quasi keine Kreuzung ohne die runden Dinger mit der abstrakten Kunst drauf. Meist sogar zweispurig.

Kurz nach Port de Polença endete der blaue Radweg und der Berg fing an. Und ja, dieses Mal lasse ich mich nicht davon abspeisen es sei ein "Hügel" gewesen. Zwischen mir und einigen wunderschönen Fotomotiven stand also dieser Berg. Von unten sah der auch recht schaffbar aus. Die Auffahrt klappte erstaunlich gut - bis zur ersten Kurve.

Das Gemeine an Serpentinen ist, dass meine Motivationstaktik nicht funktioniert. "Nach der nächsten Kurve hast du's geschafft!" ist frustrierend, wenn danach immer noch eine auftaucht. Irgendwie bin ich dann doch oben angekommen. Mit vielen "Fotopausen" dazwischen, versteht sich ( Von der Straße aus hatte man einen herrlichen Blick über die gesamte Badia de Polença ).

Oben gab es einen Aussichtspunkt, von dem aus man "El Colomer" begucken konnte, DAS Postkartenmotiv wenn man irgendwo in der Nähe von Formentor ist. Natürlich habe ich auch viele hübsche Fotos gemacht.

Die Landschaft dort ist übrigens wirklich traumhaft. Formentor ist der nördlichste Zipfel der Insel und zugleich der letzte Ausläufer der "Serra de Tramuntana", dem Gebirgszug im Nordosten der Insel, der sich über eine Fläche von 1.067 km² erstreckt. Dazu gehört auch der Puig Major, die höchste Erhebung Mallorcas, mit 1445m. Landschaftlich soll das Ganze, insbesondere die beiden Stauseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau extrem eindrucksvoll sein. Angesichts meines noch unentdeckten Talents für Bergtouren werde ich mir dieses Erlebis allerdings für spätere Mallorcabesuche aufsparen. Ich frage mich ohnehin wer auf die bescheuerte Idee kam, mit nem Rennrad Berge hochzufahren. Es heißt RENNrad, nicht BERGrad oder MOUNTAINbike.



Weiter im Text. Während ich da so auf meinem Felsen saß und bei einer Banane über den Sinn und Unsinn von Bergtouren philosophierte, stellte ich fest, dass die Gewitterwolken, die schon eine ganze Weile über Alcudia hingen, bedrohlich näher gekommen waren. Ausserdem bezweifelte ich stark, dass meine Beine ein zweites Mal diesen Berg hochfahren würden ohne die Gewerkschaft einzuschalten. Die Abfahrt sah aber sehr verlockend aus, und ich erwägte kurz, bis ins Tal zur Cala Pi de La Posada zu fahren und ab da den Linienbus zurück zu nehmen. Aber irgendwie hätte ich dann das Gesicht vor mir selbst verloren. Also beschloss ich, es für dieses Mal bei dem Stand zu belassen, und den Heimweg anzutreten. Immerhin waren das auch noch 30km für meine schmerzenden Beine.

Die Abfahrt war nicht halb so schön und entspannend, wie ich gedacht hatte. Da es meine erste Abfahrt war, die Straße stellenweise sehr schlecht ( besonders in den Kurven ) und sehr eng ( besonders in den Kurven ) war, traute ich mich nicht wirklich die Bremse loszulassen und musste nach der Hälfte anhalten, um meine verkrampften Arme auszuschütteln. Ich glaube ich habe meine Beine dabei "Ätschibätsch" singen hören.

Als ich dann unten war, war ich fast froh, dass es nicht mehr Bergab ging. Die dicke Wolke war bedrohlich näher gekommen, und ich strampelte was das Zeug hält um es möglichst weit trocken zu schaffen.

Kurz vor Alcudia fing es an. Eigentlich war es auch kein Regen, sondern ein See hatte einfach vergessen, dass er eigentlich nicht fliegen kann und sich just in dem Moment daran erinnert, als er sich über meinem Kopf befand.
Und dabei war das Wasser (zumindest jetzt noch) nicht das Schlimmste. Die hübsche Küstenstraße wurde schlagartig zum Alptraum. Ich erinnerte mich, dass im Reiseführer gestanden hatte, die Tour solle an einem windstillen Tag gemacht werden (bis dahin war es auch ganz vorbildlich Windstill gewesen) und jetzt wusste ich auch warum.
Die Böen kamen vom Meer und trafen mich auf der vollen Breitseite. Von der anderen Seite hatte ich durch vorbeifahrende Autos einen kostenlosen extra Berieselungsservice (kennt ihr diese Duschen, die von der Seite sprühen?).

Jedenfalls war ich innerhalb weniger Minuten vollkommen durchnässt und die mallorkinische Kanalisation gab nach wenigen weiteren Minuten auf. Das war der Zeitpunkt, zu dem mir klar wurde, warum es überall diese absurd hohen Bürgersteige gab.

Die Szene ist insgesamt schwer in Worte zu fassen, aber die Aussage, mit einem Tretboot wäre ich besser vorangekommen, fasst sie ganz gut zusammen.

Irgendwann habe ich mich dann in einer einsturzgefährdeten Friedhofskapelle untergestellt, um mich dann, nachdem der Regen wieder ein BISSCHEN nachgelassen hatte, bis zum Burger King in Alcudia weiter vor zu arbeiten.

Eine nasse Radhose fühlt sich übrigens an als hätte man in die Pampers gemacht und man hinterlässt nasse Flecken auf den Stühlen.

Nach dem Aufwämpäuschen ging es ans letzte Stück. Meine Knie hatten mittlerweile die Gewerkschaft erreicht und führten die ersten Verhandlungen. Es sah schlecht für mich aus.
Immerhin fand ich das Hotel dieses Mal auf Anhieb.

Nach der Dusche musste ich feststellen, dass der Wind meinen Badeanzug vom Balkon geweht hatte. Also zu Rezeption, die den Hausmeister beauftragte, das Teil vom Vordach zu retten. Ich könne es später abholen.

Danach bin ich erstmal auf dem Bett ins Koma gefallen, um pünktlich zum Abendessen (Paella und gegrillter Fisch + gegrilltes Gemüse) wieder aufzuwachen.

Danach drehte ich noch eine Runde mit dem Fotoapparat am Strand um danach noch einen alkoholfreien Cocktail an der Bar zu schlürfen, während ich diesen Artikel schreibe.

Alles in allem bin ich nicht wirklich zufrieden. Mit 56 km war es sogar einer weniger als Gestern ( ok, dafür war der Berg dabei ), aber ich war nicht mehr zum schwimmen gekommen. Nunja, das muss dann halt Morgen drin sein. Da ist übrigens Fahrradfreier Tag. Meine Beine seufzen erleichtert.


Donnerstag, 8. Oktober 2009

Mallorca 2009 - Tag 1 Erster Teil

Nach einer relativ unruhigen Nacht (ich hatte aus Temperatur- und Atemgas Gründen bei offenem Fenster geschlafen), wachte ich müde aber erwartungsvoll, ob der Dinge die da kommen würden, kurz nach 8 auf Drängen meines Weckers auf.

Das Frühstücksbuffet war vielseitig, auch wenn die gesunde Seite irgendwie vergessen worden war. Dafür gab es - wenn man‘s mag - Unmengen an Sausages, Eiern und Speck. Ich gab mich mit 2 Brötchen und etwas Koffein zufrieden und machte danach halt an der Rezeption, um mich nach dem Fahrrad zu erkundigen.

Der Rezeptionsmensch stritt allerdings alles ab. Per Email könne man nichts bestellen, er wisse von nichts und immerhin sei er hier der Chef.
So einfach wollte ich mich aber nicht geschlagen geben. Nach einigem hin und her verschwand er im Hinterzimmer und rief mich kurz darauf auch dort hin. Und, oh Wunder: dort saß Fr. W mit der ich von Deutschland aus per E-Mail die Radsache vereinbart hatte. Sie sagte mir, alles wäre geregelt, ich würde um 10:00 abgeholt.

Ich nutzte die Zeit bis dahin um mich umzuziehen ( Radhose, neues Funktionsunterhemd, Trikot, Brustgurt und Pulsuhr ) und meine Sachen zu packen. Fertig ausgerüstet wartete ich die letzten 10 min im Foyer und ging nochmal die geplante Tour durch.

Der Verleihmensch kam fast pünktlich und das einzige deutsche Wort das er kannte war "Fahrrad". Aber das Reicht ja auch.

Auf dem Weg zum Verleih sah ich zum ersten mal meinen Urlaubsort bei Tageslicht. Eigentlich ist es ganz hübsch hier, so mit Palmenallee und Kunst auf dem Kreisel (genauso scheusslich wie in Deutschland).



Das Leihen selbst lief unkompliziert und schnell. Meine Pedale waren nach einer Minute montiert, nach weiteren 2 min Sattel justieren war alles soweit bereit. Noch schnell bezahlen (100 Euro, autsch!) und los konnte es gehn.
Zum Rad dazu gabs kostenlos zwei Flaschenhalter + Flaschen, Pumpe, Werkzeug & Ersatzschlauch und ein einfacher Tacho war auch dabei.

Das Rad selbst war nicht mehr taufrisch, aber sah solide aus. Lediglich das Geklacker am Vorderrad stört etwas, jedoch habe ich den Sensor des Tachos als Verursacher identifiziert und für ungefährlich befunden.

Also auf zur ersten Tour. 55km standen auf dem Plan. So eine Strecke hatte ich schon öfter geschafft, war also guter Dinge.
Zunächst ging es ein Stück entlang der Küste um dann bei Ses Fotges links abzubiegen. Entlang des Naturschutzgebietes dann weiter die Strasse entlang Richtung Sa Pobla. Die Kartoffelhauptstadt war genau so langweilig wie man es von einem Dörfchen mit diesem Titel erwartet, aber das hatte der Reiseführer schon prophezeit. Allerdings wirkte das Städtchen doch sehr verschlafen authentisch inmitten seiner von stinkenden Wassergräbern eingefassten Katoffelfeldern.

Danach gings weiter über Llubi nach Sineu. Die Strecke war wunderschön, ein schmales, kaum befahrenes Sträßchen, von Olivenhainen gesäumt, dass sich über sanfte Hügel (keuch!) schlängelte. Angesichts dieser Hügelchen kamen mir die ersten Zweifel an meiner ambitionierten Urlaubstrainingsplanung.


Irgendwie habe ich es dann doch geschafft anzukommen. In Sineu angekommen machte ich erstmal - wie vom Reiseführer empfohlen - Pause in einem Café.
Nachdem ich etwas Flüssigkeit und Schatten aufgetankt hatte, machte ich mich zu Fuss auf, um ein wenig mehr von der Altstadt zu sehen.

Wenngleich wenig entzückt darüber, dass mir jetzt noch 20km Heimweg bevorstanden, trennte ich mich dann doch von den niedlichen kleinen Gässchen um das letzte Stück zu bewältigen.
Bereits beim ersten Tritt in die Pedale wusste ich, dass es die Hölle werden würde.

Aber es hielt sich in Grenzen.
Der Tourenplaner war gnädig gewesen: nach Sineu folgten einige wunderschöne Abfahrten (die bösen Hügel wieder runter), zunächst durch Oliven und Orangenbäume, später über Felder mit Blick von den Bergen im Westen bis zu den Hügeln im Osten. Kurz darauf passierte ich Maria de la Salut, dem ich aber keine nähere Beachtung schenkte.

Santa Margalida, das als nächstes vor mir auftauchte, beeindruckte dagegen mit einer Kirche auf dem höchsten Punkt des Hügels (sic!), auf dem das Städtchen lag.
Angesichts meiner verbrauchten Kraftreserven konnte ich ihr aber nicht die Bewunderung zukommen lassen, die ihr eigentlich zugestanden hätte.

Die letzten 3 km bis Son Baulo / Can Picafort habe ich dann auch noch irgendwie geschafft um dann, völlig erschöpft, mein Hotel nicht zu finden.

Mist.

Nach 2km sinnlosem Herumgegurke half mir eine nette Dame im Zeitschriftenladen weiter. Ich sei an der ersten Kreuzung falsch abgebogen. Also 2km zurück.

Irgendwie bin ich dann doch angekommen. Das Fahrrad in der Tiefgarage des Hotels verstaut und dann erstmal ab unter die Dusche.

Danach wollte ich endlich den Strand sehen. Also in den Bikini gehüpft, Buch und Strandtuch eingepackt, auf dem Weg noch eine Billigsonnenbrille und -luftmatratze gekauft und da war ich.

Nachdem ich eine halbe Stunde lang faul auf dem Wasser herumgetrieben war, liege ich jetzt am Strand und schreibe den Kram auf.


Fortsetzung folgt...