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Sonntag, 20. Juni 2010

Das liebe Essen


Die Motivation mit dem Sport (wieder) anzufangen war für mich ja u.A. auch mal wieder etwas abzunehmen, bzw. endlich einmal wirklich mein Wunschgewicht zu erreichen. Nunja, gebracht hat es sage und schreibe gar nichts, und seit meinem USA-Urlaub Anfang des Monats bin ich Gewichtstechnisch auf einem neuen Höchststand und es geht mir so richtig bescheiden.

Schlechte Ernährung wirkt sich bei mir nicht nur unmittelbar auf die Waage, sondern auch auf meine Haut und meine Verdauung aus, aber das Sahneschnitzel schmeckt eben auch mit Magenkrämpfen noch gut.

Kurzum: Es musste was Neues her. Ein neuer Ansatz lief mir bei TED über den Weg. Graham Hill stellt in diesem Video das Konzept des "Weekday-Vegetarian" vor, was sich wohl grob mit "Werktagsvegetarier" übersetzen lässt. Das Konzept ist blitzschnell erklärt: 5 Tage die Woche vegetarisch essen, 2 Tage gesunde Ernährung mit Fleisch.

Warum? Nunja, zum einen essen wir viel zu viel Fleisch. Seit 1961 hat sich der Konsum von rotem Fleisch vervierfacht, der ven Geflügelfleisch ist sogar um das 10fache gestiegen. Die Weltbevölkerung hat sich in diesem Zeitraum aber grade mal Verdoppelt. Folglich essen wir mindestens doppelt so viel Fleisch wie noch vor 50 Jahren. Dazu kommt, dass Europäer im Schnitt zwanzigmal so viel Fleisch verzehrt wie etwa ein Inder. Diese gewaltigen Mengen wirken sich natürlich auch negativ auf die Umwelt aus. Lebensmittel sind in den letzten 50 Jahren im Verhältnis wesentlich günstiger geworden, dennoch geben wir immer weniger für Nahrungsmittel aus. Essen muss billig sein, die Folge ist, dass statt hochwertigem Fleisch das Billigprodukt aus Massentierhaltung, das vielleicht sogar Reste von fragwürdiger Fütterung und Medikation enthält, ganz zu schweigen von den ethischen Aspekten dieser "Industrieform", auf den Tisch kommt.


All diese Gründe dürften den meisten unter euch ohnehin bekannt sein. Vegetarier und Veganer, Frutarier, Okto-Lakto-Schießmichtot und wie sie alle heißen beten sie seit Jahren runter wie andere ihr Vater Unser. Natürlich gibt es auch Handfeste Gründe für Fleisch.

Der Grund der mir am wichtigsten ist: Es schmeckt lecker. Ich mag Fleisch! Ich liebe einen leckeren Schinken auf meinem Frühstücksbrötchen, ich könnte sterben für das Lammkotlett bei meinem Lieblingsgriechen und beim Sonntäglichen grillen im Park würde mir ohne die Bratwurst einfach etwas fehlen. Man mag mir jetzt Egoismus vorwerfen, aber das ist mir egal. Im nächsten Leben werde ich dann zur Strafe vielleicht ein Schwein und werde von jemand anderem gegrillt. Immerhin konnte ich ihm dann eine Freude machen. Es ist eben alles Karma.

Der Grund der gleich danach kommt: Wir sind Allesfresser. Wir brauchen Fleisch. Und da können sich die Veganer noch so sehr im Kreis drehen, es ist Fakt, dass ohne tierisches Eiweis (oder passende Nahrungsergänzungsmittel) über kurz oder lang im Körper sense ist. Das gilt vor allem für Sportler.


Wir lernen daraus: Fleisch ja, aber nicht zuviel, sondern nur wohldosiert. Ausserdem sollte es aus biologischer Erzeugung kommen, dann muss man sich wenigstens keine Sorgen um Antibiotika und ähnliches Zeug machen und besser schmecken tut es auch noch. Ausserdem war die Kuh dann glücklich bevor man sie kaltblütig ermordet hat... aber ich schweife ab.

Nebenbei hat das ganze für mich noch einen weiteren, positiven Effekt: Wenn ich weniger Fleisch esse, esse ich automatisch mehr Gemüse, welches weniger Kalorien hat und folglich auch einen entsprechenden Gewichtsverlust mit sich bringen sollte. Dazu meide ich FastFood, denn für einen Vegie-Burger möchte ich nun wirklich kein Geld ausgeben. Dann lieber den Gartensalat. Bei anderen bewirkt es vielleicht ausserdem noch, dass sie mehr Fisch und Mehresfrüchte zu sich nehmen (wenn ich noch mehr davon esse wachsen mir bestimmt Schwimmhäute, Mangel habe ich hier also ganz sicher nicht), was ebenfalls für eine gesunde, ausgewogene Ernährung wichtig ist.


Am Montag startet meine dritte Woche nach dem neuen Konzept und bisher fühle ich mich großartig. Am Wochenende fällt es mir zunehmend schwer überhaupt ein Fleischgericht zu finden auf das ich Lust habe. Während der Woche macht sich das fehlende Fleisch allenfalls mal auf dem Frühstücksbrötchen bemerkbar.

Dazu habe ich angefangen wieder Buch darüber zu führen was ich zu mir nehme, und versuche, eine gewisse Anzahl an Kalorien nicht zu überschreiten, dabei natürlich aber weiterhin ausgewogen zu essen.

Zusammen mit dem wieder regelmäßigeren Training hoffe ich, bis zum Ende des Jahres mich meinem Wunschgewicht zumindest angenähert zu haben.

Samstag, 24. Oktober 2009

Das leidige Thema: Sport und Ernährung

Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich mit dem Sport natürlich auch gerne ein paar Kilo (ok eigentlich sind es fast 20 kg die ich verlieren will, darf man da noch von "ein paar" sprechen?)verlieren. Aber ganz so einfach gestaltet sich das nicht.

Nun, grundsätzlich ist mir ja klar wie das funktioniert. Diäten habe ich bereits vor Jahren abgeschworen, die machen bloß unglücklich und spätestens beim Einsetzen des Jojo-Effekts weiß man, dass alles für die Katz war.
Nach dem Abi habe ich mich erstmals den WeightWatchers angeschlossen. Es ist gar nicht so klischeehaft wie viele meinen. Im Grunde erklärt das Programm gesunde Ernährung für dumme. Am Anfang errechnet man einen Punktewert, der dem Tagesbedarf an Kalorien entspricht, basierend auf Alter, Gewicht, Geschlecht, Umfang und Intensität der Bewegung beim Arbeiten etc. Jedem Lebensmittel ist ein Punktewert zugeordnet, und die einzige Aufgabe die jetzt noch bleibt ist, nicht mehr oder weniger Punkte zu essen, als der Tagesbedarf festlegt. Zusätzlich gibt es Regeln wie "genug Trinken", "mindestens 5x am Tag Obst und Gemüse", "Abwechslungsreich essen" und "Bewegung". Jede Art von Bewegung kann man sich dabei als Pluspunkte anrechnen lassen. Wenn man Bedenkt, dass viele die zu den WeightWatchers stoßen die letzten 20-30 Jahre ihres Lebens keinen Sport gemacht haben, ist auch verständlich, warum sich bereits Spaziergänge anrechnen lassen.
Helfen tut dabei natürlich das wöchentliche Gruppentreffen. Das Gewicht bleibt dabei (entgegen vieler lustiger Vorurteile) vertraulich zwischen Gruppenleiter und Abnehmwilligen und wird im Mitgliedsausweis festgehalten. Dazu gibt es einen Vortrag mit Hilfestellungen zu einem beliebigen Ernährungsrelevanten Thema. Fragen werden Beantwortet, und man fühlt sich gut aufgehoben.

Natürlich muss man die Treffen nicht besuchen, es genügt auch, sich im Internet anzumelden, ich persönlich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es wesentlich leichter fällt, wenn man hingeht. Irgendwelche besonderen Produkte kaufen muss man auch nicht. Es gibt zwar WeightWatchers Produkte, aber man kann auch das gesamte Programm ohne sie durchziehen.

Tja, die erste Abnehmphase hatte mich dort um 20kg erleichtert, von denen ich ca. 15 bis heute gehalten habe. Das ist der Grund warum ich die Watchers auch jedem ans Herz legen kann. Zumal das Konzept nicht auf einer Diät, sondern auf einer langfristigen Ernährungsumstellung beruht. Fraglich ist, ob jemand der sehr viel Sport treibt, dies angemessen ausgleichen kann wenn er nach dem herkömmlichen Prinzip die Punkte berechnet.

Mittlerweile bin ich wieder bei den Watchers angelangt, allerdings aus Zeitgründen nur Online. Und genau hier steckt mein Problem: Durchhalten, Dranbleiben. Ich habe immer wieder Rückfälle, in denen ich dann eben doch die Schokolade im Supermarkt kaufe oder mir denke "ach, ist doch nicht so schlimm". Leider gönnt mir mein Körper nicht das kleinste Fehlerchen, und so muss ich wirklich penibel sein und kleinlichst darauf achten was und wieviel mir so täglich zwischen die Kiemen kommt.

Dabei gibt es ein paar hilfreiche Tipps und Seiten im Netz.
Als erstes sei mal @TriathleteFood genannt, der sich mit dem Thema Sportspezifische Ernährung auseinandersetzt und dabei nützliche Links postet. Ein paar nette allgemeinere Essensregeln findet man hier , ein wenig mehr Theorie gibt es bei Tri2be.

Ganz allgemein empfehle ich auch die Seiten des deutschen Ernährungsberatungs- und Informationsnetzes, weil dort recht Ausführlich das Thema Sporternährung aufgegriffen wird. Ebenfalls sehr umfangreich und ausführlich gibt es das Ganze auch nochmal von den Kollegen aus der Schweiz, beim Swiss Forum for Sport Nutrition der ETH Zürich.

Wer nach soviel Theorie auch gerne mal ein paar praktische Tipps möchte, dem wird auf den folgenden Seiten mit Rezepten ausgeholfen:

Fitnessrezepte.de bietet alles mögliche, fein sortiert nach Haupt- und Nebenmahlzeiten, Low Carb und was man sonst noch braucht. Dazu sind bei allen Gerichten die Fett, Eiweis und Kohlenhydrate ausgewiesen.
Wer schon immer mal wissen wollte, was die Profis so kochen (oder kochen lassen), der findet bei den Netzathleten eine nette Übersicht mit Anregungen. Ein paar Tipps gibt es natürlich auch noch kostenlos.

Und wer gleich ein ganzes Kochbuch haben möchte, dem sei hiermit ausgeholfen.

Natürlich ist es das Gleiche wie überall: Wer nicht dranbleibt, hat keine Chance irgendwas Gewichtstechnisch zu erreichen. Zumal man sich vorher überlegen sollte ob man Gewicht verlieren oder Leistung steigern möchte. Das den meisten 1-2 kg weniger auf den Hüfte ohnehin schon weiterhelfen würde kann man sich hier ausrechnen. Vielleicht ist das für den ein oder anderen ja auch etwas Motivation.